interaktiv

Studentenleben live

Wer wohl heute bei mir wohnt?

Autor:
Rose

Rubrik:
studium

05.09.2013

Wohnheime sind eine praktische Wohnform. Man muss sich um fast nichts kümmern: man hat eine Warmmiete, die Mülltonnen stehen einfach vor der Tür und wenn etwas kaputt ist, kann man dem Hausmeister einen Zettel in den Briefkasten werfen. Spätestens zwei Tage später kommt er dann vorbei und repariert es. Dafür muss man leider auch akzeptieren, dass viele Dinge über den eigenen Kopf hinweg entschieden werden. Jedes Mal in den Semesterferien ist es eine Überraschung, welcher ERASMUS-Studi oder Sprachschüler wohl jetzt bei uns wohnt. Es gibt ein Zimmer in unserer Fünfer-WG, das für ausländische Studierende reserviert ist. Das ist für sie natürlich eine gute Sache, so können sie vielleicht aus der ERASMUS-Blase entkommen und leichter deutsche Freunde finden. Wenn man aber in den Semesterferien länger weg war und wieder nach Hause kommt, muss man sich fragen: Wer wohl heute bei mir wohnt? Er oder sie steht nämlich unvermittelt im Flur und versucht uns in mal besserem, mal schlechterem Englisch oder auf Deutsch klarzumachen, dass er oder sie jetzt hier wohnt. Das erste Mal war ich noch überrascht, als Paco aus Spanien in das (wie ich dachte) freie Zimmer spazierte. Inzwischen nehme ich es einfach hin, dass hier ständig neue Leute einziehen. Im August stand zum Beispiel Duncin aus den USA bei mir im Gang und wollte für vier Wochen bei uns wohnen. Warum nicht? Es wird schon mit dem Hausmeister abgesprochen sein, sonst hätte er ja keinen Schlüssel für den Raum. Duncin war mit einer Gruppe anderer Amerikaner hier, um das umweltbewusste deutsche Leben kennenzulernen, mit öffentlichem Nahverkehr, Solarenergie, Mülltrennung und Pfandsystem. Erstaunlich, dass Menschen aus einem der modernsten Länder der Welt zu uns kommen, um etwas zu lernen. Manchmal kommen auch Studis, die Sprachkurse belegen, Fortbildungen machen oder Praktika absolvieren.

Die Abwechslung ist schön und es wird einem nie langweilig, aber manchmal frage ich mich, ob ich es merken würde, wenn einfach irgendjemand behaupten würde, unser neuer Mitbewohner zu sein. Wahrscheinlich nicht.

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