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Studentenleben live

Alte und neue Freunde

Ich bin eine grauenhafte Gastgeberin. Ich hasse es, Gäste zu haben, besonders wenn sie nicht zu meinen engsten Freunden zählen. Ich vergesse prinzipiell, Getränke anzubieten und zeitnah zu zeigen, wo sich Klo und Küche befinden. Dazu kommt, dass mein Freundeskreis keine homogene Gruppe mit Leuten ist, die sich alle untereinander kennen, sondern ich meine Clique zu Hause habe, aber auch diverse Freundinnen, die von mehr oder weniger weit her kommen. Außerdem kennt mein Freund nicht alle meine Freunde. Er kann Lucy-Lena-Franzi-Krissi-Annegret zwar einordnen, weiß von den wichtigsten Geschichten, die ich mit ihnen erlebt habe, und in welcher Beziehung genau ich zu ihnen stehe, aber eine eigene Meinung konnte er sich bislang nicht bilden.

Was lag also näher, als einmal alle Freunde in einen Topf zu werfen und zu mir einzuladen? „Endlich voll strafmündig“ hieß die Facebookveranstaltung, über die ich alle Leute, die ich dabei haben wollte, kontaktierte. Und damit begannen die Wochen der Überforderung. „Du musst xy ausladen, er hat gesagt, er hasst mich, und wenn er da ist, habe ich keinen guten Abend.“ – „Annes Ticket gilt nur in Köln und sie hat mal wieder kein Geld, das heißt, wir müssen es irgendwie deichseln, dass Franzi und Maik sie irgendwo einsammeln“ – „Wenn der nicht kommt, ist der Mädchenüberschuss irgendwie doch etwas krass, das ist doch doof!“

Und dann kam die Party und alle meine Sorgen lösten sich schnell in Luft auf. Auf dem Sofa diskutierte Lucy, die ich aus einem Schreibforum kenne, mit Tobi, der früher in Geschichte neben mir saß, über die Einreisebestimmungen nach Deutschland. Daneben stellte Sophie aus Brühl fest, dass sie gemeinsame Bekannte mit meiner Unifreundin Krissi hatte, und dann forderten meine Patencousine und ihr Freund noch erfolgreich alle zum Macarena-Tanzen auf.

Fazit: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Als Party des Jahrhunderts wird meine Geburtstagsfeier vermutlich nicht in die Geschichte eingehen, trotzdem hatten wir alle einen schönen Abend und meine Fähigkeiten als Gastgeberin wurden tatsächlich gelobt. Aber vor allem kennen sich jetzt die meisten meiner wichtigen Menschen untereinander und ich freue mich besonders, dass mein Freund über alle „Kannst du mir versprechen, dass du sie magst?“-Menschen eine positive Meinung hatte. Prost!

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Nov 26, 2014
Autor: Janna
Rubrik: studium
Nov 26, 2014

Studentenleben live

Europa

Irgendwie wusste ich nie, was ich auf die Frage antworten sollte, wie lange ich noch in Südafrika sei. Standardantwort: Mitte November fliege ich zurück nach Europa. Komisch, das zu sagen, „nach Europa“. Schließlich sind die meisten europäischen Staaten bekannt, ganz besonders Deutschland. Aber in meine Heimatstadt machte ich nach der Ankunft in Frankfurt nur einen kleinen Abstecher, um meine Sommer- gegen die Winterklamotten zu tauschen. Noch am gleichen Tag ging es weiter nach Brüssel. Hier erhielt ich dann die Bestätigung: Ich bin nicht in einem europäischen Land, ich bin in Europa. Davon zeugen die vielen Europaflaggen, die einem im Europaviertel überall entgegenwehen, und die Tatsache, dass 50 Prozent der Menschen keine Belgier sind.
Brüssel ist nicht nur die „Hauptstadt Europas“, sondern auch die Hauptstadt der Praktikanten, und genau deswegen bin ich hier. Und das kann ich nach der quälenden Suche durch die vielen (teuren) Praktikantenunterkünfte richtig genießen. Mein Praktikum mache ich an der „Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der Europäischen Union“, in der hiesigen Fachsprache wohl eher die „StäV von DEU bei der EU“. An die ganzen Abkürzungen muss ich mich allerdings noch gewöhnen, da geht es im PSK vom COCOP zum COHAFA, und den Europäischen Rat darf man nicht mit dem Rat der Europäischen Union verwechseln, und schon gar nicht mit dem Europarat. Doch trotz der ganzen Verwirrungen kann ich mich mit den ganzen aktuellen außenpolitischen Themen auseinandersetzen, die mich schon immer interessiert haben, und erfahre so manche Neuigkeit schon vor der Tagesschau. Da vergeht der Abschiedsschmerz von Südafrika ziemlich schnell und macht der Freude auf die nächsten sechs Wochen Platz.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Nov 26, 2014
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Nov 26, 2014

Studentenleben live

Aufstehen für die Jungs

Bayreuth hat sich in der Vergangenheit nicht nur einen Namen mit Wagner-Opern gemacht. Mittlerweile ist unsere Festspiel- und Universitätsstadt auch im Sport bekannt. Mit medi Bayreuth hat die Stadt eine Basketballmannschaft in der ersten Liga. Nach fast zwei Jahren hab ich es jetzt auch endlich mal geschafft, ein Spiel der Jungs anzuschauen. Mein erstes Basketballspiel überhaupt.

Huiui, da ist ganz schön was geboten. Böse Zungen behaupten, ein Spiel der deutschen Bundesliga sei wie aus einem schlechten amerikanischen Film entsprungen. Schließlich gibt es nämlich Cheerleader und Breakdancer. Der Hallensprecher hat mich an die Antreiber bei den Fahrgeschäften auf dem Rummel erinnert und insgesamt war das Spiel umrahmt von einer riesen Show. Das hat aber für richtig gute Stimmung gesorgt. Ich muss schon sagen, für die knapp sieben Euro, die ich ermäßigt bezahlt habe, war einiges zu sehen. Noch dazu haben medi Bayreuth bei diesem Heimspiel gegen die MHP Riesen Ludwigsburg auch den Sieg geholt.

Ein paar Einzelheiten zum Abend: Der Starspieler Javon McCrea machte richtig viele Punkte. Auch schön war, dass seine Mutter dabei war. Mama McCrea wurde vom Hallensprecher überschwänglich begrüßt und schließlich stand die Mama heftig winkend von der Tribüne auf und das ganze Publikum jubelte ihr zu. Abgesehen vom ersten Viertel kamen die Ludwigsburger den Bayreuthern punktemäßig nicht gefährlich nahe. Medi Bayreuth dominierte auch durch viele Körbe von der Drei-Punkte-Linie. In den vier Mal zehn Minuten Spielzeit nehmen die Teams immer wieder Auszeiten, in denen die Cheerleader auftreten. Mit ihren Pompons und kurzen Röckchen haben mich die jungen Mädels in den ersten zehn Minuten ganz schön abgelenkt. Überhaupt weiß man fast nicht, wo man hinschauen soll, das Spiel ist sehr dynamisch und schnell. Zwischendurch kommt immer wieder der Mann mit dem Wischmopp, der dort, wo die Spieler zu Boden gingen den Schweiß wegwischt. Begleitet von den Trommelschlägen der Fans, wurden die Spieler angetrieben. Und dann hieß es immer wieder „Aufstehen für die Jungs!“. Soll heißen, alle stehen so lang auf, bis die eigene Mannschaft einen Korb macht. Die gut 3.000 Zuschauer machten Krach, immer wieder eingespielte Musik heizte die Stimmung noch mehr an. Abgesehen von dem Moment, in dem der Ball in der Luft hängt und alle gespannt verharren, ob er jetzt gleich im Korb landet, war es durchgängig laut in der Oberfrankenhalle.

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Nov 25, 2014
Autor: Mia
Rubrik: studium
Nov 25, 2014