interaktiv

Studentenleben live

Morgenstund hat Schnee im Mund

Autor:
Janna

Rubrik:
studium

09.03.2015

Manchmal haben Mütter einfach nur Recht. Zum Beispiel bei der Frage, ob es ihrer Ansicht nach schon warm genug ist, die Leder- statt der Winterjacke anzuziehen. Erstere würde schließlich besser zum Outfit passen. Mama sagte nein und lag damit richtig. Am nächsten Tag klingelte sie mich um 5:55 Uhr aus dem Schlaf, um mir mitzuteilen, dass es zu Hause schneien würde und daher in Düsseldorf möglicherweise auch.

Moment – habe ich gerade wirklich von fünf vor sechs Uhr morgens geschrieben? Ich bin doch Studentin, um diese Zeit kann man vielleicht schlafen gehen, aber sicherlich noch nicht aufstehen. Während des Semesters klingelt mein Wecker in der Regel um acht, damit ich noch zwei Stunden lang dösen und mich ganz gemütlich fertig machen kann. Am Wochenende und in der vorlesungsfreien Zeit steht der Wecker meistens auf irgendeiner Zeit zwischen neun und elf, um wenigstens ein Mindestmaß an Rhythmus aufrechtzuerhalten. Seit es in der Nach-Abizeit auch ab und zu drei Uhr nachmittags wurde, gehe ich da kein Risiko mehr ein. Aber wenn der Abend mal sehr lang war, wird der Wecker trotzdem ausgeschaltet und bis mittags geschlafen.

Warum also sollte meine Mutter so früh anrufen? Auch noch während der Semesterferien?

Der Grund ist einfach: Mein Praktikum hat begonnen. Im Gegensatz zu Stadtbibliothek, Radio und anderen Betrieben, in denen Kommilitonen Praktika gemacht haben, fängt die Schule um acht Uhr morgens an. Zu meiner eigenen Schulzeit ließ sich durch den siebenminütigen Schulweg (rennend auch mal vier) auch bis mindestens halb sieben schlafen, ohne Duschen und Frühstück notfalls sogar bis halb acht. Und trotzdem frage ich mich, wie ich das 13 Jahre lang durchgehalten habe.

In Düsseldorf bin ich auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen, die nur alle 20 Minuten fahren und mit denen ich immerhin noch eine gute halbe Stunde bis zur Praktikumsschule unterwegs bin.

An jenem ersten Morgen mit leichtem Schneefall habe ich sicherheitshalber den Bus um kurz vor sieben genommen, weil ein paar Schneeflocken den öffentlichen Nahverkehr ja schon mal vollkommen lahmlegen können. Das bedeutete also: aufstehen um sechs.

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