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Studentenleben live

Interpreting for Europe

Autor:
Inga

Rubrik:
studium

20.03.2015

Allein der Gebäudekomplex des Europaparlaments ist riesig und beeindruckend. Ein kalter Glasbau in Brüssel, eine Parallelwelt zum Rest der Stadt, eine internationale Blase im kleinen Belgien. Und hier wird die ganz große Politik gemacht. Anzugträger wirbelten neben Strickpullovern umher, Trainees und Praktikanten neben Abgeordneten, Französisch, Englisch und Deutsch waberten durch die Flure und vermischten sich. Dazwischen Militär und Maschinenpistolen, denn nur kurz zuvor war angesichts der Attentate in Frankreich die Sicherheitsstufe verstärkt worden. Ich muss sagen, ich war etwas überfordert von meinem ersten Besuch im Europaparlament in Brüssel.

Die Generaldirektion Dolmetschen hatte zu einem Vortrag eingeladen, der über die Vorteile, die Notwendigkeit, aber auch die Tücken des Dolmetschens aufklären sollte. So befand ich mich an einem Montagmorgen in einem Fraktionssaal des Europaparlaments und lauschte gebannt der Niederländerin, die in absolut akzentfreiem Englisch die Vorzüge des Dolmetschens erläuterte.

Im Anschluss ging es für jeden der Teilnehmer kurz in die Dolmetschkabine. Es galt eine Rede von Francois Hollande oder David Cameron zu verdolmetschen. Glücklich schätze sich, wer die Herausforderung sucht!

Tatsächlich bekommt der Beruf des Dolmetschers langfristig Konkurrenz, denn Computertechnologien oder Lingua Franca setzen sich schneller durch als gedacht. Aber bis die Verständigung auf diesem Weg reibungslos funktioniert, wären wir ohne Dolmetscher wohl recht aufgeschmissen. Denn auch wenn es fast überall geleugnet wird: In seiner Muttersprache kann man sich nun mal besser ausdrücken. Und der Schlüssel zur zwischenmenschlichen Verständigung zu sein, ist schon eine Ehre und Verantwortung!

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