interaktiv

Studentenleben live

Urlaub vor dem Sturm

Autor:
Hannah

Rubrik:
studium

21.10.2015

Ich war mir lange nicht sicher, ob es eine gute Idee wäre, nach Israel zurückzukehren. Aus dem einfachen Grund, dass es nicht mehr dasselbe sein würde. Vielleicht waren es gar nicht so sehr Land und Leute, die ich vermisste und wiedersehen wollte, sondern mir fehlte eher das Gefühl von Freiheit und einem kleinen zweiten Leben, das ich mir dort für vier Monate aufgebaut hatte. Irgendwann im Juli buchte ich dann einfach Flüge. Ich war gerade sehr gestresst vom Praktikum und brauchte eine Aussicht auf Urlaub. Außerdem habe ich vielen Menschen dort versprochen, zurückzukommen und wollte sie nicht enttäuschen.

Die vergangenen zwei Wochen habe ich also in Israel verbracht und es war eine sehr gute Entscheidung. Natürlich war nicht alles wie damals während meines Auslandssemesters, eigentlich war es sogar komplett anders. Aber es waren zwei Wochen pure Erholung, Sonne tanken, Leben genießen und Freunde treffen. Das Schöne daran war, dass ich das Land bereits gesehen hatte und nicht unter dem Druck stand, alles Mögliche mitnehmen zu müssen und jeder Touristenführung beizuwohnen. So habe ich mir auch die Zeit genommen, einen Feiertag (Sukkot) bei einer strenggläubigen Jüdin zu verbringen, mit in die Synagoge zu gehen und mit ihrer Familie den ganzen Tag über nichts zu tun außer zu essen und zu lesen, wie es die Religion verlangt.

Mit einem anderen Freund war ich ein paar Tage in Jerusalem und am Toten Meer. Ich bin auch endlich darin „geschwommen“, also getrieben – das war mein einziger fester Programmpunkt, denn bei meinem ersten Aufenthalt im Winter hatte ich Pech mit dem Wetter. Ein paar weitere Tage habe ich dann in Tel Aviv und Umgebung verbracht, wo ich auch ein paar Freunde wiedertreffen konnte. Ein bisschen schade fand ich, dass ich an einer Informationstour einer Nichtregierungsorganisation, zu der ich mich angemeldet hatte, nicht teilnehmen konnte. Ich brachte es nicht übers Herz, der arabischen Familie, die mich zu sich einlud und zwei Tage lang beherbergte, zu sagen, dass ich noch andere Dinge in Tel Aviv vorhatte und Jaljulija eigentlich schon am ersten Abend wieder verlassen wollte.

Zurück in Deutschland wurde ich gewaltig von der Kälte überrascht und habe mir erst einmal einen neuen Schal, Handschuhe, Tee und Lebkuchen gekauft. Nun bin ich erschreckend motiviert für das neue Semester. Wie lange das anhält, wird sich zeigen.

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