interaktiv

Studentenleben live

Melancholie

Autor:
Hannah

Rubrik:
studium

19.04.2016

Eigentlich wollte ich etwas über meinen Umzug schreiben, der in knapp zwei Wochen ansteht. Aber im Moment habe ich einfach zu nichts Lust: Ich mag nicht schreiben, lesen, mit Menschen reden, kochen. Ich könnte den ganzen Tag im Bett liegen und irgendwelche Serien schauen. Wieso ich trotzdem schreibe? Im Endeffekt nützt es nichts diese depressive Phase zu verschweigen und zu verheimlichen.

Denn irgendwie gehören diese Phasen doch zum Leben dazu. Ein bisschen hoffe ich, dass es an dem Stress liegt, den ich durch den Umzug habe. Ich muss nämlich in den nächsten Wochen nicht nur Kisten packen, sondern auch noch eine Hausarbeit abgeben. Und es muss doch eine logische Erklärung für meine schlechte Laune geben. Es gibt nichts Schlimmeres, als sich nicht gut zu fühlen, obwohl eigentlich alles okay sein sollte – und eigentlich ist alles okay. Eigentlich läuft gerade alles gut und es fühlt sich auch so an. Aber dann habe ich diese Momente, in denen mich meine Mitbewohnerin fragt, ob ich gerade eine Lebenskrise durchlaufe. Oder die, in denen ich mich maßlos überfordert fühle. Oder die, in denen ich einfach nur traurig bin und weinen muss, ohne zu verstehen, warum.

Aber es wird besser. Heute war ein schöner Tag. Die Sonne schien. Ich war drei Stunden in einem Möbelhaus und habe Möbel ausgesucht und es hat fast ein bisschen Spaß gemacht. Und trotzdem sitze ich jetzt hier und schreibe diese Zeilen. Weil es sich manchmal einfach leer anfühlt. Aber das ist okay, denn es ist menschlich und geht vorbei.

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