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Bachelor live

Die soziologische Brille

In der allerersten Vorlesung meines Einführungsmoduls für den Bachelor Sozialwissenschaften hat der Dozent zu uns gesagt, dass es für angehende Soziologen und Soziologinnen am allerwichtigsten ist, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Wir sollen uns die sogenannte soziologische Brille aufsetzen und alles hinterfragen, was wir bisher als selbstverständlich hingenommen haben. Wir sollen unsere Mitmenschen und Umwelt betrachten, uns wundern und Fragen stellen.
Seitdem versuche ich wirklich, ein bisschen aufmerksamer durch meinen Alltag zu gehen und habe dabei festgestellt, dass es tatsächlich viele Dinge gibt, über die ich mich nun plötzlich wundere. Ich wundere mich zum Beispiel darüber, dass Menschen minutenlang an einer roten Ampel warten, obwohl weit und breit kein Auto zu sehen ist. Oder darüber, dass Mädchen im Kindesalter rosafarbene Klamotten angezogen bekommen und Jungs blaue. Ich frage mich, warum Menschen gewisse Schönheitsideale anstreben und weswegen auf der Salzpackung aus dem Supermarkt ein Ablaufdatum steht. Ich habe festgestellt, dass viele Dinge plötzlich keinen Sinn mehr ergeben, sobald man sie durch die soziologische Brille genauer betrachtet.
Am Ende des Semesters muss ich statt einer Klausur eine Hausarbeit schreiben. Das Thema soll eine soziologische Frage sein, die ich mir selbst aussuchen darf. Obwohl die Liste an Dingen, über die ich mich wundern kann, endlos ist, fiel es mir schwer, mich auf eine konkrete Fragestellung festzulegen. Nach längerem Kopfzerbrechen, einem Gespräch mit meinem Tutor aus einem höheren Semester und ausgiebigem Stöbern in der Bibliothek, habe ich mich schließlich für ein Thema entschieden: Ich werde mit Hilfe der Theorie des Fremden von Alfred Schütz, erklären, mit welchen Schwierigkeiten und Krisen ein Individuum nach einem Umzug in eine völlig fremde Stadt konfrontiert wird. Da ich selbst einen solchen Umzug hinter mir habe und mich mit diesem Thema sehr gut identifizieren kann, freue ich mich mittlerweile sogar schon darauf, diese Hausarbeit zu schreiben.

Autor: Franziska  |  Rubrik: studium  |  Feb 13, 2017
Autor: Franziska
Rubrik: studium
Feb 13, 2017

Bachelor live

Über den Tellerrand - Teil 1

Nun widme ich mich seit anderthalb Jahren in Leipzig dem der Westslawistik. Doch da draußen ist noch viel mehr Spannendes, was man studieren kann. Deshalb werfe ich einen – nicht ganz ernst gemeinten – Blick über den Tellerrand zu Disziplinen, denen ich durch Freunde recht nahe stehe.

 

Das Deutsche Literaturinstitut Leipzig

„B.A. Literarisches Schreiben“ heißt der Studiengang, den man am Deutschen Literaturinstitut Leipzig (DLL) studieren kann, das tatsächlich Teil der Universität Leipzig ist. Eine der dort Immatrikulierten ist meine Mitbewohnerin.

Wer studiert hier?
Die Studierenden am DLL, sie könnten verschiedener kaum sein. Allesamt sind sie gar nicht so „arty“, wie man es erwarten würde, vielmehr überaus artig: Bei der Abendgestaltung sitzt man gemeinsam in der WG-Küche brav auf Stühlen und trinkt selbstgeshakte Cocktails. Oder man zieht sich mit seinem Buch allein in den Flur zum Lesen zurück. Darüber, was man schreibt, redet man grundsätzlich nicht.

Was macht man?
Schreiben. Woche für Woche werden die Texte der Kommilitonen vorgestellt und auseinandergenommen. Ansonsten hält man hier mal ein Referat, besucht dort das Seminar zum Thema Tod, doch vor allem muss man eins: schreiben, schreiben, schreiben.

Was ist anders?
Den DLLer erkennt man schnell beim Blick in seinen Stundenplan. Nahezu gähnende Leere. An drei Tagen in der Woche gehen die Literaten ins Institut, zwei davon sind vergleichsweise kurz. Dafür arbeitet man ja sozusagen im Homeoffice.

Beim nächsten Mal stelle ich die Angewandte Theaterwissenschaft im hessischen Gießen aus meiner Sicht vor.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Feb 10, 2017
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Feb 10, 2017

Studentenleben live

Schon wieder Prüfungszeit

In den meisten Studiengängen schreibt man am Ende des Semesters Prüfungen. In manchen Modulen kann man stattdessen beispielsweise eine Hausarbeit schreiben. Leider muss ich, weil ich in Leipzig im Bachelor Psychologie studiere, für jedes Modul eine Prüfung schreiben. Zwei Ausnahmen sind das Empiriepraktikum, für das ich vier Berichte über Experimente schreiben muss, und die Bachelorarbeit. Dass ich so wenige Hausarbeiten schreibe, ist ein bisschen schade, weil ich so nie die Möglichkeit habe, mich im Rahmen einer Prüfungsleistung in ein spezifisches Thema zu vertiefen. Außerdem bin ich noch recht ungeübt im Schreiben, wenn ich dann mit meiner Bachelorarbeit beginne.
Jedenfalls ist es bei mir jetzt das fünfte Mal so weit, dass die Prüfungen vor der Tür stehen und es beginnt, mich ein bisschen zu langweilen. Im ersten Semester sind sie sehr aufregend und anstrengend, aber irgendwann ist es immer wieder das Gleiche. Seit ein paar Wochen bin ich also dabei, Zusammenfassungen für die Vorlesungen und Seminare zu schreiben. Und ab der Woche vor der Prüfung werde ich sie stupide auswendig lernen.
In letzter Zeit habe ich aber auch relativ viel gearbeitet, sodass sich die Langeweile doch in Grenzen hielt. Normalerweise arbeite ich primär daran, Daten in eine Datenbank zu speisen und zu ordnen. Jetzt liefen aber in meiner Arbeitsgruppe noch zwei weitere Studien, für die unbedingt Versuchsleiter benötigt wurden. Deshalb habe ich bei der einen Studie eine Nacherhebung gemacht und bei der anderen habe ich mitgeholfen, die Gehirne der Probanden im MRT zu scannen. MRT steht für Magnetresonanztomographie, einem Verfahren bei dem man das Gehirn, das Rückenmark und die inneren Organe besonders gut darstellen und untersuchen kann. Das war alles sehr spannend und neu für mich, aber auch sehr zeitintensiv.
Inzwischen konnte ich ein bisschen Arbeit an andere abgeben. Außerdem war meine Bachelorarbeitsbetreuerin so nett und meinte, dass ich eine kleine Pause einlegen könne und erst nach den Prüfungen voll durchstarten solle. Daher habe ich jetzt endlich Ruhe und kann mich ganz auf die Prüfungsvorbereitung konzentrieren.

Autor: Maja  |  Rubrik: studium  |  Feb 9, 2017
Autor: Maja
Rubrik: studium
Feb 9, 2017