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Bachelor live

Schul-Feeling im Sprachkurs

Autor:
Marie

Rubrik:
studium

01.02.2018

In der Schule gehörte Englisch immer zu meinen Lieblingsfächern. Ich mochte die Sprache einfach gerne, habe oft englische Filme geschaut und englische Bücher gelesen. Französisch hingegen konnte mich nie ganz überzeugen: Natürlich klang die Sprache schön. allerdings verstand ich kaum eine Hörübung und alles, was ich selbst über die Lippen brachte, klang schlichtweg seltsam.
In der Zeit kurz vor dem Abitur habe ich mich auch für Freiwilligendienste in Frankreich beworben, war dann aber froh, dass es mit Spanien geklappt hat. Die Lehrerin meines dortigen Sprachkurses stand vor einer besonderen Herausforderung: In unserem Kurs waren neben mir noch meine französische Mitfreiwillige sowie Austauschstudierende aus aller Welt. Wir konnten uns auf Spanisch verständigen, aber sie konnte uns keine Vokabeln oder schwierige Grammatikteile in unsere jeweilige Muttersprache übersetzen – es waren schlicht zu viele verschiedene.
Meine Universität in Bonn bietet die Möglichkeit, kostenlose Sprachkurse zu belegen. Aber bis zu diesem Semester hat es bei mir nie geklappt: Zeitgleich zum Spanischkurs, den ich belegen wollte, hatte ich eine Pflichtvorlesung und für den Arabischkurs gab es so viele Anmeldungen, dass gelost werden musste und ich keinen Platz bekam. In diesem Semester hat es dann mit einem Französischkurs geklappt: Endlich!
Gleich in den ersten Stunden wurde mir jedoch klar: Sprachkurse erinnern mich an Schulunterricht. Man stottert mehr oder weniger unbeholfen und wenn man die eigenen Sätze testweise ins Deutsche übersetzt, ergeben sie keinen Sinn mehr. Im Vergleich zu meinem eigentlich geplanten Arabischkurs hatte ich mit Französisch wohl noch eine relativ leichte Sprache erwischt – und doch erschien mir die Grammatik mitunter wie ein Rätsel.
Es dauerte einige Wochen, bis sich das besserte. Mittlerweile fällt es mir leichter, kurze Texte zu schreiben, und ich verzweifle nicht mehr an den Hausaufgaben. Schön finde ich Französisch aber weiterhin nur, wenn zum Beispiel meine aus Frankreich stammende Sprachlehrerin spricht. Sage ich hingegen etwas, klingt das kein bisschen schön …

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