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Freiwilligendienst im Ausland

Abschied nehmen

Ein wichtiges Thema, das vor dem Freiwilligendienst ansteht, ist das Abschied nehmen. Selbstverständlich ist das nicht leicht, weil man immer Personen zurücklassen muss, wenn man ins Ausland geht. Bei mir waren es primär drei Gruppen: Familie, Freunde und Großeltern. Die Trennung von meinen Großeltern ist schwierig, da alle bereits über 80 und teilweise schon 90 Jahre alt sind und ein Jahr Abwesenheit in dem Alter eine ganz andere Dimension darstellt. Bei meiner Familie, sprich Eltern, Bruder, Onkel, Tanten, Cousins, etc. hatte ich Glück, da vier Tage vor meiner Ausreise ein großes Familienfest stattfand und ich mich somit von allen persönlich verabschieden konnte. Dabei musste ich natürlich allen versprechen, mich nach meiner Ankunft zu melden und sie auf dem Laufenden zu halten. Was ich schon verraten kann: Anfangs hat das noch ganz gut geklappt, dann wurde der Kontakt immer mehr vergleichbar wie zu der Zeit vor der Ausreise. Wichtig war es mir auch, mich von meinen Freunden zu verabschieden. Wir haben im Vorfeld sehr viel unternommen und schließlich habe ich mich doch noch dazu entschieden, ein kleines Fest im engen Kreis bei mir zuhause zu veranstalten. Im Nachhinein war es glaube ich die perfekte Lösung, um für mich selbst einen konkreten „Schlussstrich“ zu ziehen – aber auch um für die anderen nicht einfach so von der Bildfläche zu verschwinden. Je leichter es mir bei meinen Freunden fiel, desto schwerer war es bei meinen Großeltern. Da diese einen sehr großen Teil meines bisherigen Lebens geprägt haben, war es nicht sehr leicht ihnen klarzumachen, warum ich unbedingt „sooo weit weg“ gehen will. Sehr erleichternd fand ich, dass auf dem Vorbereitungsseminar das Thema Abschied angesprochen wurde. Wir haben genug Zeit bekommen um uns mit den anderen auszutauschen und somit auch sehr wertvollen Input weitergeben, aber vor allem auch empfangen zu können. Dort habe ich mich dann auch entschieden ganz klassisch einen Brief zu verfassen, um all meine Gedanken zu ordnen und festzuhalten. Rückblickend waren das sehr gute Entscheidungen für mich, um mit einem Blick nach vorne in den Flieger zu steigen.

Autor: David   |  Rubrik: orientieren  |  Oct 23, 2019
Autor: David
Rubrik: orientieren
Oct 23, 2019

Freiwilligendienst im Ausland

Von Anfängen und Erwartungshaltungen

Aller Anfang ist schwer, heißt es. Diese Erwartungshaltung brachte ich meinem Freiwilligendienst in Peru entgegen. Eigentlich begann mein Freiwilligendienst über das weltwärts-Programm schon lange vor der Abreise. Nämlich bereits mit der ersten Bewerbung. Neben einem Anschreiben galt es, 28 tiefgründige Fragen zu meiner Person und meiner Motivation zu beantworten. Einerseits sorgt dies dafür, dass man sich intensiv mit den eigenen Beweggründen befasst, andererseits ist es Zeugnis für die akribische Vorauswahl seitens des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Dieser Bewerbungsaufwand hat mir erstmals bewusst gemacht, dass der Schritt, einen Freiwilligendienst im Ausland anzutreten, ein ziemlich großer ist. Glücklicherweise durfte ich vor meiner Ausreise an drei Vorbereitungsseminaren teilnehmen. Während das erste, eintägige Seminar zum Kennenlernen der direkten Mitfreiwilligen diente und somit mit viel Vorfreude und Neugierde verbunden war, war ich dem zweiten, zehntägigen Seminar mit knapp 30 Teilnehmerinnen aus ganz Deutschland ziemlich skeptisch gegenübergestellt. Was soll man zehn Tage in einem abgelegenen Pfadfinderhaus mit wildfremden Menschen anfangen? Außerdem verliert man zusätzlich noch wertvolle Zeit, die man mit seinen Freunden verbringen könnte, bevor man sie ein Jahr nicht mehr sieht. Doch Erwartungshaltungen sind wohl lediglich dazu da, um widerlegt zu werden. Lange Rede kurzer Sinn: Es waren vermutlich die am besten investierten zehn Tage, die ich vier Wochen vor meiner Ausreise verbringen hätte können. Die intensive Besprechung aller Themen, Befürchtungen und Ideen fand ich sinnvoll, toll waren aber vor allem die anwesenden Teilnehmer, die nicht unterschiedlicher hätten sein können, in ihrer Entscheidung ins Ausland zu gehen aber geeint waren und somit für eine ungemein dynamische, gelassene und trotzdem intensive Stimmung gesorgt haben. Dadurch war das letzte, zweitägige Seminar kurz vor der Ausreise nur noch das Sahnehäubchen mit einigen organisatorischen Punkten, sodass ich nicht nur formell, sondern auch mit dem Gefühl „bereit zu sein“ am 3. September 2019 nach Peru reisen konnte. Falls es etwas gibt, das ich schon bereits vor meinem Freiwilligendienst gelernt habe, wäre es, dass lediglich falsch gesetzte und hohe Erwartungen für schwere Anfänge sorgen. Auch wenn mir langweilige Kalendersprüche nicht unbedingt gefallen, muss ich sagen, dass man mit der Einstellung „expect nothing, appreciate everything“ (zu deutsch: „Erwarte nichts, sei dankbar für alles“) auch bei einem Freiwilligendienst im Ausland gut fährt.

Freiwilligendienst im Ausland

DALF-Zertifikat

Heute Morgen entdeckte ich im Briefkasten einen großen an mich adressierten Umschlag. Darauf stand handschriftlich und in französischer Sprache geschrieben "Bitte nicht knicken - danke". Ich öffnete den Umschlag und zog ein leider doch recht zerknittertes Blatt Papier hervor – es war mein Französischdiplom der Niveaustufe C1!
Während meines Freiwilligendienstes hatte ich die sogenannte "DALF" Sprachprüfung abgelegt, um einen offiziellen, weltweit nahezu überall anerkannten Nachweis über meine Französischkenntnisse zu erlangen.
Ich entschied mich für das zweitbeste Niveau, C1, das einen sicheren Umgang mit der Fremdsprache erfordert. Diese Prüfung ist in vier Teile gegliedert: Hörverstehen, Leseverstehen, schriftlicher Ausdruck und mündlicher Ausdruck.
Entscheidend ist neben reinen Sprachkenntnissen, gut mit längeren Texten umgehen und die eigenen Gedanken klar strukturieren zu können, denn beinahe die Hälfte aller Punkte werden auf inhaltliche Richtigkeit und Vollständigkeit vergeben.
Da der Sprachtest mit Vorbereitungszeit fast fünfeinhalb Stunden dauert, packte ich mir am Prüfungstag eine ordentliche Brotzeit ein, bevor ich zur Universität fuhr.
Dort angekommen erwartete mich eine Überraschung: Ich war tatsächlich der einzige Prüfling!
Zum Glück war die Aufsicht sehr nett und bot mir sogar einen Kaffee an, trotzdem empfand ich es als anspruchsvoll, mich so lange zu konzentrieren.
Doch ich habe bestanden – mit 92,5 von 100 Punkten!
Ich bin stolz, dass ich mich auf so eine lange Prüfung eigenständig vorbereitet habe und meine Sprachkenntnisse so noch einmal verbessern konnte. Außerdem ermöglicht mir das DALF-Diplom theoretisch sogar das Studium an einer französischen Hochschule! Nur über ein weniger zerknicktes Zertifikat hätte ich mich gefreut, denn für 130 Euro Prüfungsgebühr wäre der Versand in einem verstärkten Briefumschlag meiner Meinung nach durchaus machbar gewesen.

Autor: Anna  |  Rubrik: orientieren  |  Sep 26, 2019
Autor: Anna
Rubrik: orientieren
Sep 26, 2019