interaktiv

Mein Freiwilliges Jahr

Das erste Mal im OP

Autor:
Thilo

Rubrik:
orientieren

08.01.2015

Etwas zum ersten Mal machen ist immer wieder aufregend – besonders, wenn man mit zu einer OP darf. Eine unserer Patientinnen war, nur in Socken unterwegs, auf dem Linoleum in unserer Station ausgerutscht und hat sich einen Oberschenkelbruch zugezogen, der mithilfe eines Gamma-Nagels gerichtet werden sollte.

90 Minuten dauerte die Operation; anwesend waren zwei Operationstechnische Assistenten, ein Anästhesist und natürlich der Chirurg, der mit brutal wirkendem Werkzeug zugange war. Die zu operierende Stelle wurde mit einer gelblichen Lösung desinfiziert, der Rest des Körpers mithilfe einer riesigen Folie abgedeckt, das Röntgengerät in Stellung gebracht. Aufgrund der Strahlen musste ich mir acht Kilogramm schwere Schutzkleidung anlegen, unter der es mörderisch heiß wurde.

Dann ging es los. Die Patientin erhielt drei Schnitte ins Bein, dann wurde in den Knochen gebohrt. Blut floss heraus, das in einem Beutel, der an der Folie angebracht war, aufgefangen wurde. Ich wundere mich, dass mir nicht übel geworden ist, stattdessen war ich einfach nur fasziniert davon, wie hier gearbeitet wurde und was es zu sehen gab. Besonders spannend fand ich es, als der Nagel eingeführt und im Knochen verschraub wurde.

Nachdem alles feinsäuberlich kontrolliert worden und die OP abgeschlossen war, sah es im OP-Saal aus wie in einer Folterkammer. Überall war Blut, die Instrumente waren verdreckt, die Kittel besudelt. Ich bin wirklich überrascht, dass ich das alles überhaupt nicht eklig, sondern total faszinierend fand.

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