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Ingenieurwesen? Ja, bitte!

Tansanische Verhältnisse - Eine andere Welt

Autor:
Katha

Rubrik:
studium

01.08.2017

Gemeinsam mit vier Bekannten besuchte ich nun einen Freund, der ein freiwilliges Jahr in Tansania verbringt. Seit ich zurück bin, fühle ich mich in öffentlichen Verkehrsmitteln hier um Welten wohler – Tansania hat mich doch tatsächlich in einen Freund der Deutschen Bahn verwandelt! Doch von vorne …
Die erste Strecke, die es vom Flughafen in der Großstadt Dar es Salaam bis zur Unterkunft zu überwinden galt, legten wir in einem offiziellen Taxi zurück. Dabei standen wir Todesängste aus! In einem einzigen Chaos aus Autos, mit drei Menschen besetzten Motorrädern, dreirädrigen Tuktuks und Lastern schlenderten bis oben hin bepackte Straßenverkäufer überraschend souverän und lässig entgegen der „Fahrtrichtung“ auf dem Mittelstreifen entlang. Die Anführungszeichen deshalb, weil in diesem Durcheinander natürlich fast nichts fährt. Wenn man doch mal ein paar Meter schafft, dann legt man diese grundsätzlich so aggressiv und in Enge zurück, dass die Funktionstüchtigkeit der Taxihupe über Leben und Tod entscheiden kann. Es herrscht so ein überwältigendes Gedränge, dass einem die Autobahnen NRWs ähnlich ruhig wie die Weiten der Serengeti erscheinen. Auch wenn Taxis in Dar es Salaam für einen europäischen Geldbeutel definitiv erschwinglich sind, ist es oft einfacher, auf eines der kleineren Tuktuks zurückzugreifen. Holprig, ungeschützt und günstig kommt man damit meist schneller durch die Stadt als mit den großen Taxis. Bei über vier Millionen Einwohnern und nur einer Handvoll asphaltierter Straßen ist so ein Gedränge aber auch kein Wunder.
Viel überraschender für mich war, was man im Stau bei besagten Verkäufern alles erstehen kann – von Snacks und Getränken über Putzzeug, Kuscheltiere, Kinderspielzeug und Geschirr bis hin zu „Ray Don“-Sonnenbrillen, Uhren und Ohrringen.
Ähnlich unerwartet war für mich, dass es in Dar es Salaam nur zwei funktionstüchtige Feuerwehrautos gibt, dafür scheinbar im gesamten Land (Nationalparks mit eingeschlossen) Handy- und Internetempfang. Aber Feuerwehrautos ergäben in größerer Stückzahl eh wenig Sinn, schließlich kämen sie in dem Verkehr wahrscheinlich nie rechtzeitig ans Ziel …
Tansania ist ein tolles Land und für mich immer noch an vielen Stellen ein großes Rätsel. Gerne hätte ich noch mehr als nur einen zweiwöchigen Einblick in das Land und die Lebensweise der Leute bekommen.

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