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Die Lehrer von morgen

Was mich am Lehrerdasein stresst - Teil 1

In meinem letzten Beitrag habe ich schon angedeutet, dass der Lehrerberuf mit viel Stress verbunden ist. Woran genau das liegt, möchte ich nun näher ausführen.
Einerseits ist da natürlich der Unterricht, der bei weitem kein Selbstläufer ist. Gerade weil ich auf meine benotete Lehrprobe hinarbeite, die noch vor Weihnachten stattfinden wird, möchte ich mich noch verbessern und zum Beispiel mein Methodenrepertoire erweitern. Ich versuche also, bestmöglichen Unterricht vorzubereiten, der entsprechend zeitaufwändig ist. Meine Klasse ist zudem immer noch ziemlich herausfordernd. Es ist schwierig, ihren emotionalen Bedürfnissen gerecht zu werden und gleichzeitig das Bildungsziel im Blick zu behalten. Meinen Unterricht bereite ich übrigens zu Hause vor, entweder nachmittags nach der Schule oder am Wochenende. Einen komplett freien Tag hatte ich schon lange nicht mehr, selbst an Sonntagen sitze ich am Schreibtisch.
Die Zeit, in der ich in der Schule bin, finde ich aber besonders anstrengend. Das liegt vor allem daran, dass man keine richtigen Pausen hat. Du kannst nicht einfach während deines Unterrichts auf die Toilette gehen, du musst die ganze Zeit präsent sein, du musst immer ansprechbar sein und immer die Kontrolle über die Situation behalten. Bei uns gibt es zwei große Pausen am Tag, eine mit 10 und eine mit 15 Minuten. In dieser Zeit hast du entweder Aufsicht, also quasi gar keine Pause, oder du musst es schaffen, auf die Toilette zu gehen, in dein Fach zu schauen, etwas zu kopieren und am besten noch dienstliche Fragen mit drei verschiedenen Kollegen zu klären. Es ist permanent hektisch und es gibt immer etwas zu tun. Es ist außerdem kein Job, bei dem du mal einen schlechten Tag haben kannst und dich zurückziehen, hinter den anderen verstecken, kannst. Wenn du da bist, dann musst du richtig arbeiten, mit vollem Einsatz, anders funktioniert es nicht. Das hat mich auch schon das eine oder andere Mal vor die Frage gestellt, wie ich damit umgehen soll, wenn ich am Wochenende krank war, sodass ich meinen Unterricht nicht vorbereiten konnte, am Montag allerdings wieder fit genug war, um in der Schule zu sein. Lehrerin sein ist im Prinzip so etwas wie berufliche Selbstständigkeit mit sehr regelmäßigen Abgaben und täglichen (sehr frühen) Präsenzterminen. Eigentlich hast du deinen festen Rhythmus, aber wenn du nach Hause kommst, musst du deine Arbeit selbst organisieren. Und da tauchen die klassischen Selbstständigkeitsprobleme auf. Ich überlege mir auch dreimal, ob ich mich tatsächlich krankmelden möchte. Es gibt in jedem Beruf Tage, an denen es besonders ungeschickt ist, krank zu sein, weil man eine bestimmte Aufgabe zu erledigen hat, die niemand anders übernehmen kann. Als Lehrerin ist eigentlich jeder Tag ein solcher Tag. Wenn ich fehle, löse ich Chaos aus. Ich muss vertreten werden, was das Kollegium belastet und den Schülern nötige Routine nimmt.

Autor: Hannah  |  Rubrik: orientieren  |  Nov 5, 2019

Die Lehrer von morgen

Studienortwechsel

Die Uni hat wieder begonnen. Zahlreiche Ersties tummeln sich in den vollen Bussen. Das Fragezeichen ist ihnen förmlich ins Gesicht geschrieben. Doch es gibt auch Neulinge die nicht zu den Ersties zählen. Meine Freundin, die ich im Frühjahr während ihres Auslandsaufenthalts in Lissabon besucht habe, hat ihren Studienort gewechselt. Sie ist von Bamberg nach Würzburg gezogen.

Es war ein ziemlicher Aufwand den Studienort zu wechseln. Sie hat relativ spät eine Zusage von der Universität bekommen. Weiterhin musste sie sich einzelne Credits von Dozenten in Würzburg anerkennen lassen, um sich fürs Grundschullehramt einschreiben zu können. Einige Grundlagenkurse, die sie in Bamberg belegt hatte, waren unbenotet, hier an der Uni Würzburg sind sie benotet. Nachdem sie sich alle Credits anrechnen lassen konnte, musste sie aufs Prüfungsamt, um sich einzuschreiben. Endlich erhielt sie ihren Studentenausweis und einen Zugang zum Online-Portal der Universität. So konnte sie sich auch endlich, eine Woche vor Unistart, ihren Stundenplan erstellen und sich bei den Kursen anmelden.

In Würzburg sind die Wohnungen ständig knapp. Vor allem vor dem neuen Wintersemester ist es schwer, etwas zu finden. Die Preise gehen bis ins Unermessliche und letztlich sitzt man in einem kleinen, engen und unkomfortablen Zimmer. Da meine alte Schulfreundin so spontan nicht einmal ein solches Zimmer gefunden hat, schläft sie ein paar Tage bei mir. Allerdings wohne ich selbst in einem Zimmer, das keine 16 Quadratmeter fasst – es ist also sehr kuschelig. Glücklicherweise hatte sie einige Wohnungsbesichtigungen und wir hoffen, dass sie eine Zusage bekommt.

Mir persönlich wäre der Aufwand eines Studienortwechsels viel zu groß. Ich hoffe für meine Freundin, dass sich ihre Mühe lohnt.

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  Oct 30, 2019

Die Lehrer von morgen

Zweifel

Das neue Schuljahr hat begonnen und mit ihm kamen auch die Zweifel zurück. Ein halbes Jahr Referendariat liegt bereits hinter mir. Und auch wenn es heißt, das erste Halbjahr sei das einfachste, fand ich es doch oft nervenaufreibend.
Eine meiner Mitreferendarinnen meinte neulich, dass man nach den Sommerferien ganz anders wahrgenommen wird von den Kollegen. Und ich glaube, das stimmt. Man hat schon ein Halbjahr durchgehalten und darf jetzt richtig mitmischen. Irgendwie fühlt sich das alles sehr schön an. Ich gehöre dazu und hin und wieder wird bereits das Thema auf meine Zukunftspläne gelenkt. Ich werde gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, an der Schule zu bleiben. Aber ganz ehrlich: Gerade bin ich mir nicht so sicher. Ich liebe die Schule, ich liebe das Kollegium und ich liebe die Kinder. Trotzdem weiß ich nicht, ob das reicht. Weil ich es nicht liebe, abends um sieben noch die Deutschstunde für den nächsten Tag vorzubereiten. Weil ich es nicht liebe, krampfhaft zu versuchen, unmotivierte Kinder zum Lernen zu bringen. Weil ich es nicht liebe, dass ich in der Schule den ganzen Tag von A nach B renne, kaum eine Pause habe und permanent performen muss.
Alle sagen, dass das Referendariat die härteste Zeit ist – wegen der Bewertungssituation und allem was dazu gehört. Alle sagen, dass es später besser wird, wenn man ein paar Jahre Routine hat. Was ich mich dabei aber frage: Wie soll man sich bewusst für diesen Beruf entscheiden, wenn man erstmal eine „schlimme Zeit“ durchstehen muss? Ich meine, wer selbst das Referendariat liebt, der kann sich danach sicher sein, den richtigen Beruf gewählt zu haben. Aber ich liebe das Referendariat nicht, nicht immer zumindest. Welchen Schluss soll ich dann daraus ziehen?

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Oct 29, 2019