interaktiv

Mit dem Fahrrad durch Afrika

Barfuß im Schlamm

Autor:
Benny

Rubrik:
auszeit nach dem abi

24.10.2008

Doch die Idylle an meinem Campingplatz am Malawi-See konnte nicht über die Strapazen hinweg täuschen, die mich am nächsten Tag erwarteten. In der Nacht hatte es doch stärker geregnet, als ich mitbekommen habe und so wurde der nächste Tag zu einer regelrechten Schlammschlacht. Bei den ersten schlimmen, schlammigen Abschnitten überlegte ich noch, zur asphaltierten Straße zurückzukehren, aber irgendetwas trieb mich weiter. „Ich bin einfach nicht der Typ, der schon bei der ersten Schwierigkeit aufgibt", dachte ich mir. Und so schob und trug ich mein Gefährt durch den Schlamm. Alle zwei, drei Meter musste ich anhalten und große Schlammbatzen von den Rädern entfernen. Meine Schutzbleche hatte ich schon vorher bei den ersten „harmlosen" Pfützen entfernt. Aber nicht nur die Räder versanken tief im Schlamm, auch meine Füße. Die Sandalen waren der Belastung nicht mehr gewachsen, und nach und nach lösten sich die Riemen von der Sohle ab. Mir blieb nur noch eines: mich barfuß durch den Schlamm zu arbeiten. Bei kurzen trockeneren Fahrabschnitten band ich mir die Sandalen mit Spannriemen an die Füße. Schuhe wechseln ging nicht, die sind mir ja in Ruanda geklaut worden. Nach 15 Kilometern und drei Stunden harter Arbeit hatte ich das Gröbste überstanden und konnte so langsam wieder von einer Straße sprechen.

Etwas später besserte sich auch das Wetter und das Fahrradfahren machte wieder Spaß - wenn nicht ein ständiges Quietschen und Krachen von Kette und Bremsen mich begleitet hätte. Erst eine gründliche Reinigung des Rads in einem kleinen Bächlein sorgte für Abhilfe.

So ein Tag geht ganz schön auf das Material und ist wahrscheinlich belastender als 1.000 Kilometer auf guter Straße zu fahren. Meine Zeitplanung musste ich auch über den Haufen werfen und fand mich damit ab, dass ich an dem Tag keinen Ort mehr mit Unterkunftsmöglichkeit erreichen würde.

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