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Praktikum im Ausland

Kaffee trinken statt Kaffee kochen

Vor ungefähr einer Woche habe ich mein Praktikum bei Amnesty International in Mexiko Stadt angefangen. Am ersten Tag war ich natürlich ganz schön aufgeregt. Welche U-Bahn muss ich nehmen? Wie finde ich von der U-Bahn zum Büro? Was werde ich genau machen? Kann ich das? Sind die Leute nett? Die üblichen Fragen eben …

Inzwischen haben sich einige dieser Fragen geklärt. Mit der U-Bahn zu Amnistía zu fahren ist recht einfach, man muss nur einmal umsteigen und am Bahnsteig um seinen Platz kämpfen, damit man, wenn die U-Bahn kommt, auch einsteigen kann. Außerdem sollte man aufpassen, in der U-Bahn nicht zerquetscht zu werden. Glücklicherweise gibt es ein Abteil nur für Frauen und wenn man es schafft, sich am Bahnsteig bis dahin durchzukämpfen, ist es ein bisschen entspannter und weniger überfüllt.

Als ich am ersten Tag im Büro ankam, wurde ich sofort sehr herzlich begrüßt. Überhaupt sind alle ganz fürchterlich freundlich, sodass man sich eigentlich wie bei Freunden und nicht wie bei einem Praktikum oder in der Arbeit fühlt. Man wird als Praktikant sehr respektvoll behandelt, man muss keinen Kaffee kochen und nur selten was kopieren – nicht öfter als alle anderen auch. Die Atmosphäre ist also ganz wunderbar, nur leider sind alle so nett zueinander, dass fast überhaupt nichts passiert, außer, dass viel Kaffee getrunken wird.

Zu meinen Aufgaben gehört also einerseits Kaffee trinken, quatschen und nichts tun und andererseits das Telefon und E-Mails zu beantworten. Beides fiel mir besonders in den ersten Tagen sehr schwer, inzwischen gewöhne ich mich aber daran. Formelle E-Mails auf Spanisch zu schreiben ist nicht direkt meine Stärke. Ich hoffe schwer, dass ich im Laufe der Zeit noch mehr zu tun bekomme. Glücklicherweise habe ich aber schon etwas in Aussicht: Eine andere Freiwillige kümmert sich um die Menschenrechtsverletzungsanzeigen und hat damit sehr viel um die Ohren. Es sieht also ganz so aus, als ob ich ihr bald helfen kann.

Bis dahin bleibt mir nichts als abzuwarten und Kaffee zu trinken.

Autor: Maja  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Sep 18, 2012
Autor: Maja
Rubrik: auszeit nach dem abi
Sep 18, 2012

Praktikum im Ausland

Eine Reise in den Südosten Mexikos (Teil2)

Palenque, beziehungsweise Bonampak und Yaxchilan, waren die von Mexiko-Stadt am weitesten entfernten Punkte unserer Reise. Danach haben wir sozusagen etappenweise den Rückweg angetreten. Von Palenque aus sind wir über Nacht mit dem Bus auf einer sehr kurvenreichen Straße nach San Christobal de las Casas gefahren. Im Bus haben wir ein nettes mexikanisches Pärchen kennen gelernt, das uns mit zu einem Freund genommen hat, bei dem wir dann alle gewohnt haben. San Christobal ist eine eher kleine Stadt in den Bergen und wegen der Höhe ist es dort verhältnismäßig kühl. Es herrscht eine ganz besondere Stimmung, was vielleicht mit dem Mit- und Nebeneinander der verschiedenen Kulturen zu tun hat. Am deutlichsten sieht man das, wenn man die verschiedenen Märkte der Stadt besucht: Auf dem einen verkaufen die Indigenas das Gemüse, das sie selber anbauen. Hier werden indigene Sprachen gesprochen und man sieht praktisch keinen einzigen Touristen. Die Preise sind natürlich dementsprechend niedrig. Für drei Pesos, also 20 Cent, kriegt man hier drei Bündel Spinat und für 20 Pesos sechs Mangos. Der Markt am Zocalo und vor dem Kloster Santo Domingo ist bunt durchmischt: Hier treffen Mexikaner, Lateinamerikaner, Touristen aus aller Herren Länder und Indigenas aufeinander.

Der letzte Bundesstaat unserer Route war Oaxaca, einer der größten und abwechslungsreichsten. Wir haben uns von der Küste aus landeinwärts gearbeitet. Nach drei entspannten Tagen am Meer mit Baden, kleinen Wanderungen und Strandspaziergängen ging es weiter in die Berge von Oaxaca. Das war nur eine kleine Zwischenstation, weil man praktisch nicht mit dem Bus direkt von Amasunte (dem Strandort) nach Oaxaca-Stadt fahren kann. Die Straße ist eine einzige Serpentine und die Busfahrer versuchen regelrecht den Zeitrekord von sechs Stunden zu brechen – ohne Rücksicht auf Verluste. Deswegen haben wir also einen Tag in San Jose del Pacifico pausiert und die wunderbare Aussicht genossen. Am nächsten Tag sind wir nach Oaxaca weiter gekurvt, unserer letzten Station. Obwohl wir wieder sehr nette Leute kennen gelernt und unsere Freunde aus San Christobal wieder getroffen haben, war der Aufenthalt dort ein bisschen vom Regen getrübt. Da sich über Yucatan ein Hurrikan entladen hat, hat man auch in den anderen Teilen Mexikos davon zu spüren bekommen. Insgesamt haben wir aber zweieinhalb sehr schöne Wochen verlebt. Nach dieser Reise will ich eigentlich nur zum Klamotten waschen wieder nach Mexiko Stadt zurück – und dort ein weiches Bett genießen.

Autor: Maja  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Sep 10, 2012
Autor: Maja
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Sep 10, 2012

Praktikum im Ausland

Ein Zimmer im Herzen von Mexiko DF

DF steht für Distrito Federal und bezeichnet die Hauptstadt Mexikos: Mexiko-Stadt. Hier ist mein neues zu Hause. Und das beste daran: Mit Hilfe eines Freundes habe ich ein Zimmer in einem alten Kolonialstilhaus praktisch im Zentrum gefunden. Zum Zocalo, dem Hauptplatz der Stadt, braucht man zu Fuß gerade mal zehn Minuten. Das ist für hiesige Verhältnisse genial. Man bedenke, dass Mexiko-Stadt eine der größten Städte der Welt ist und es viele Chilangos (so nennen sich die Bewohner der Stadt selbst) gibt, die täglich bis zu zwei Stunden in öffentlichen Verkehrsmitteln oder im Stau verbringen, um zur Arbeit zu kommen.

Zunächst dachte ich, ich würde bei Freunden meiner Familie etwas außerhalb wohnen, aber um genau die jeweils zwei Stunden Hin- und Rückfahrt zu meinem Praktikum zu vermeiden, wohne ich jetzt in dieser wunderbaren Wohngemeinschaft. Das Haus ist riesig und hat einen hübschen begrünten Innenhof. Hier leben 15 Leute, die alle recht jung, alternativ und vor allem nett sind – die meisten sind Studenten und Künstler. Jeder hat sein eigenes Zimmer mit eigenem Bad und manche auch mit eigener Küche. Trotzdem ist die Gemeinschaftsküche ein beliebter Ort, weil sich dort alles trifft. Alles in allem habe ich mit diesem Haus und den Nachbarn riesiges Glück. Und für europäische Verhältnisse ist die Miete bezahlbar.

Inzwischen bin ich schon eine Woche hier und noch nicht besonders oft aus dem Haus gekommen, weil einfach noch so viel im Zimmer zu erledigen, zu reparieren, zu putzen und aufzuräumen ist. Der Hauptgrund, um doch raus zu gehen: einkaufen. Es ist unglaublich, wie viel Zeug man braucht, wenn man neu in ein Zimmer mit Küche einzieht. Zum Einkaufen waren wir in einem Supermarkt, was schon wegen der musikalischen Kulisse ein Erlebnis ist im Vergleich zu deutschen Supermärkten. Dann waren wir noch auf „la Merced“, einem riesigen Markt. Dort kann man die Lebensmittel nur kiloweise kaufen, aber das kam uns vor meiner Einweihungsfeier nur gelegen.

Ich werde jetzt noch fünf Tage hier in Mexiko-Stadt sein und hoffentlich alles im Zimmer schön einrichten. Denn dann reise ich mit einem Freund in Mexikos Süden und wenn ich wiederkomme, fängt auch schon mein Praktikum bei Amnesty International an.

Autor: Maja  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Jul 26, 2012
Autor: Maja
Rubrik: auszeit nach dem abi
Jul 26, 2012

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