interaktiv

Zukunft Ingenieurin?

Vergleichbar?

Autor:
Janine

Rubrik:
orientieren

09.12.2008

"28, 29, 30 - 2 Mal Atemspende - 1, 2, 3, ..." Ich weiß nicht, wie oft ich in meinem Leben schon Herzlungenwiederbelebungen (HLW) geübt habe und ich weiß nicht, wie oft ich schon gehört habe, dass ich die HLW nur dann abbrechen darf, wenn dies die Anweisung des Notarztes ist oder ich selber einfach nicht mehr weitermachen kann. Im zweiten Fall handelt es sich dann um Selbstschutz, dem in der Sanitätslehre eine ausgesprochen wichtige Rolle zukommt. Doch wann genau ist der Zeitpunkt für mich gekommen, mit wiederbelebenden Maßnahmen aufzuhören? Wie kann ich sicher sein, dass ich bis an meine Grenzen gegangen bin und dass ich es später mit meinem Gewissen vereinbaren kann, nicht mehr weiterbeatmet zu haben? Sicherlich, kein Notarzt der Welt wünscht es sich, den Ersthelfer bewusstlos neben dem eigentlichen Patienten aufzufinden, nur weil dieser seine Maßnahmen nicht rechtzeitig abgebrochen hat. Aber trotzdem ist da niemand, der für mich über Weitermachen oder Aufgeben entscheidet, oder?

Wenn mir diese Fragen durch den Kopf gehen, fühle ich mich manchmal an mein stinknormales Alltagsleben erinnert: Muss ich jetzt wirklich noch etwas für die Projektarbeit tun, obwohl wir mittlerweile schon ein Uhr nachts haben und ich nur noch in mein Bett will? Lerne ich jetzt noch die Herleitung des Comptoneffekts,  obwohl mir mein Kopf gleich platzt oder hoffe ich einfach, dass diese Thematik nicht in meiner Klausur vorkommt? Weitermachen oder aufgeben? Aus Selbstschutz? Weil Müdigkeit und Erschöpftheit einen sonst einfach überrollen? Nur geht es im ersten Fall „nur" um Schulnoten und nicht um Leben und Tod.

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