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Schülerleben live

Vergessenes Land

Nein, Südamerika ist es nicht geworden. Auch nicht Mittel- oder Nordamerika. Australien oder Neuseeland? Nein, da fliege ich auch nicht hin. Es geht nach Litauen. Litauen… Was weiß ich über Litauen? Abgesehen davon, dass es im Osten Europas liegt, nichts. Absolut nichts. Und genau deswegen werde ich dorthin fliegen. Costa Rica, Argentinien, Chile, Kanada, Israel, Australien, Thailand; von überall hatte ich Angebote, aber dort möchte ich nicht hin. Denn ich „kenne“ diese Länder bereits, aus dem Fernsehen. In meinem Alltag waren die Staaten im Osten Europas nie präsent.

Muss man wirklich um die halbe Welt fliegen, um Neues zu entdecken? Erstaunte Ausrufe begleiten die Verkündung meiner Entscheidung: „Litauen! Was willst du denn in Litauen!?“. Was will ich dort? Das Land kennenlernen. Es ist eine Herzensentscheidung, die mich Überwindung gekostet hat. Fliegt man nicht weit weg, ist man dann automatisch nicht mutig genug? Versteht mich nicht falsch, ich weiß, dass ich überall zurechtkommen würde, so viel Selbstvertrauen habe ich inzwischen. Schwieriger war es herauszufinden, was ich eigentlich möchte. Meine Mutter würde wohl gerne mal nach Australien oder Neuseeland. Soll ja auch schön sein. Trotzdem habe ich eine Weile gebraucht, mir darüber klar zu werden, welches meine Wünsche und welches die Wünsche meines Umfeldes sind. Heutzutage wird ja schon fast erwartet, dass man um den halben Erdball fliegt. Ich muss mir nicht beweisen, dass ich viele Flugstunden von Zuhause entfernt zurechtkomme. Das weiß ich. Mich reizt das Unbekannte.

Mut heißt nicht, blauäugig in ein Abenteuer hinein zu schlittern, ohne sich der Risiken bewusst zu sein. Das ist Leichtsinn. Mut heißt auch nicht zwangsläufig, möglichst weit weg von zu Hause zu sein. Vielleicht bin ich in Litauen (gemessen an der Lebensweise) weiter von daheim weg als in Australien? Mut bedeutet, seine Grenzen zu kennen, sie zu akzeptieren und wenn man spontan in eine unbekannte Situation gerät, diese zu überwinden. Mut bedeutet nicht, das zu tun, was andere erwarten. Mut hat viele Gesichter. Höre auf dein Herz. Entscheide dich. Entscheide dich aus tiefstem Herzen. Sei mutig!

Autor: Nele  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Jul 24, 2013
Autor: Nele
Rubrik: auszeit nach dem abi
Jul 24, 2013

Was tun nach dem Abi?

Nur noch eine Woche

Zunächst erschienen mir dreizehn Wochen Pflegepraktikum echt lang. Nach der ersten sehr anstrengenden Woche kamen mir die zwölf verbleibenden unendlich vor und jetzt, nach zwölf Wochen erscheint mir das ganze ziemlich kurz. Gerade jetzt, wo es so richtig Spaß macht, ist es zu Ende, aber so ist es ja meistens ...

Vor einer Woche habe ich wieder in die Station gewechselt, in der ich am Anfang war. In der Gynäkologie und Inneren hat es mir am Ende nämlich wesentlich besser gefallen als auf der Reha. Die Leute sind einfach viel netter und die Arbeitsatmosphäre ist gut.

Vergangene Woche durfte ich sogar zwei Mal mit in den OP! Ich war bei den Chirurgen und habe Implantate für Knie und Hüfte gesehen, sogenannte TEPs. Das hört sich bestimmt brutal an und sieht auch wirklich brutal aus, aber irgendwie finde ich es faszinierend, dass man mechanisch so viel ändern oder verbessern kann. Auch interessant war es natürlich, die Anatomie live zu sehen. Und erstaunlicherweise ist mir nicht schlecht geworden, obwohl mir das alle meine Kollegen prophezeit hatten.

Außerdem hat eine Patientin von der Gynäkologie erlaubt, dass ich bei ihrer OP dabei bin. Es war zwar nur eine kleine Operation, bei der Zysten entfernt wurden, aber da das Ganze laparoskopisch (mit Kamera) geschehen ist, konnte ich viel sehen. Der operierende Arzt hat mir auch alles ganz genau erklärt.

Nun bleibt also nur noch eine Woche und danach habe ich gute zwei Monate Zeit, bis das Studium hoffentlich losgeht.

Natürlich will ich die Zeit zum Reisen nutzen. Mit einer Freundin will ich nach Triest fahren, um von dort aus eine Fähre nach Griechenland zu nehmen. Dort angekommen, werden wir beim „Rainbow People Gathering“ vorbei schauen und dann eventuell nach Istanbul weiterfahren. Auf jeden Fall wird es über Albanien, Montenegro, Bosnien und Herzegowina sowie Kroatien wieder zurück nach Hause gehen. Ich freu mich schon!

Autor: Maja  |  Rubrik: orientieren  |  Jul 18, 2013
Autor: Maja
Rubrik: orientieren
Jul 18, 2013

Was tun nach dem Abi?

Unter Engeln und Halbgöttern

Kürzlich habe ich in einer Sammlung von mexikanischen Kurzgeschichten eine gefunden, die mir besonders gut gefallen hat: Sie hat Mexiko Stadt und seine Engel porträtiert. Als ich diese Kurzgeschichte gelesen habe, musste ich natürlich gleich an die Krankenschwestern und Pfleger im Krankenhaus denken. Ich finde, die Metapher mit den Engeln passt ganz gut dazu, dass Ärzte ab und an als Halbgötter in Weiß bezeichnet werden. Ganz so wie im Himmel fühlt man sich aber auf Station nicht immer, vor allem, wenn man neu ist.

Die ersten sieben Wochen meines Pflegepraktikums habe ich ja auf der Inneren beziehungsweise in der Gynäkologie verbracht. Ich hatte mich schon eingewöhnt und heimisch gefühlt. Dummerweise hatte ich zu Praktikumsbeginn gesagt, ich wolle zur Halbzeit die Station wechseln, um mehr zu sehen.

Deswegen musste ich vor zwei Wochen auf die geriatrische Reha wechseln. Zunächst war ich darüber gar nicht glücklich. Vor allem, weil ich mich mit einer neuen Kollegin gar nicht gut verstand. Inzwischen habe ich mich aber doch schon ganz gut eingelebt und festgestellt, dass bis auf kleine Ausnahmen doch alle sehr nett sind. Auch wenn auf der geriatrischen Reha die Patienten recht alt sind, ist es hier irgendwie angenehm. Man muss wenigstens keine Windeln wechseln. Dass die Patienten relativ fit sind, ist auch erfreulich.

Auf der neuen Station darf ich wesentlich mehr machen als auf der alten. Ich darf zum Beispiel auch Verbände wechseln und oberflächliche Wunden versorgen. Außerdem bekomme ich jeden Morgen vier Patienten zugeteilt, für die ich den ganzen Tag zuständig bin und bei denen ich mich um praktisch alles kümmern muss: Vitalzeichen messen, waschen und anziehen helfen, Betten machen, Verbände wechseln, Tabletten kontrollieren und geben, etc. Das macht Spaß, kann aber auch mal ganz schön stressig werden.

Autor: Maja  |  Rubrik: orientieren  |  Jul 8, 2013
Autor: Maja
Rubrik: orientieren
Jul 8, 2013