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Was tun nach dem Abi?

Unter Engeln und Halbgöttern

Autor:
Maja

Rubrik:
orientieren

08.07.2013

Kürzlich habe ich in einer Sammlung von mexikanischen Kurzgeschichten eine gefunden, die mir besonders gut gefallen hat: Sie hat Mexiko Stadt und seine Engel porträtiert. Als ich diese Kurzgeschichte gelesen habe, musste ich natürlich gleich an die Krankenschwestern und Pfleger im Krankenhaus denken. Ich finde, die Metapher mit den Engeln passt ganz gut dazu, dass Ärzte ab und an als Halbgötter in Weiß bezeichnet werden. Ganz so wie im Himmel fühlt man sich aber auf Station nicht immer, vor allem, wenn man neu ist.

Die ersten sieben Wochen meines Pflegepraktikums habe ich ja auf der Inneren beziehungsweise in der Gynäkologie verbracht. Ich hatte mich schon eingewöhnt und heimisch gefühlt. Dummerweise hatte ich zu Praktikumsbeginn gesagt, ich wolle zur Halbzeit die Station wechseln, um mehr zu sehen.

Deswegen musste ich vor zwei Wochen auf die geriatrische Reha wechseln. Zunächst war ich darüber gar nicht glücklich. Vor allem, weil ich mich mit einer neuen Kollegin gar nicht gut verstand. Inzwischen habe ich mich aber doch schon ganz gut eingelebt und festgestellt, dass bis auf kleine Ausnahmen doch alle sehr nett sind. Auch wenn auf der geriatrischen Reha die Patienten recht alt sind, ist es hier irgendwie angenehm. Man muss wenigstens keine Windeln wechseln. Dass die Patienten relativ fit sind, ist auch erfreulich.

Auf der neuen Station darf ich wesentlich mehr machen als auf der alten. Ich darf zum Beispiel auch Verbände wechseln und oberflächliche Wunden versorgen. Außerdem bekomme ich jeden Morgen vier Patienten zugeteilt, für die ich den ganzen Tag zuständig bin und bei denen ich mich um praktisch alles kümmern muss: Vitalzeichen messen, waschen und anziehen helfen, Betten machen, Verbände wechseln, Tabletten kontrollieren und geben, etc. Das macht Spaß, kann aber auch mal ganz schön stressig werden.

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