interaktiv

Medizin studieren

Panikmache

Autor:
Johannes

Rubrik:
studium

29.11.2013

Wenn es Tipps gibt, die ich allen (angehenden) Medizinstudenten geben würde, dann sind es folgende: Unterhalte dich nicht mit deinen Kommilitonen über deren Lernpensum. Versuche auch sonst so wenig wie möglich über Medizin zu reden.

Wenn man nämlich anfängt, sich mit anderen zu vergleichen, kann man eigentlich nur schlechte Laune bekommen. Wenn man beispielsweise gerade dabei ist, die Muskulatur des Unterarms zu lernen und sich mit einem Kommilitonen unterhält, der sich gerade den Oberschenkel ins Hirn zu prügeln versucht, gehen beide geschwächt aus der Konversation heraus. Man denkt sich: „Ich kann ja gar nichts! Der lernt schon den Oberschenkel, während ich noch am Unterarm rumkrebse und absolut nichts über die untere Extremität weiß!“. Der andere verzweifelt indes vermutlich an der Tatsache, noch nichts über den Unterarm zu wissen.

Und dann sind da diejenigen, die versuchen, einem glaubhaft zu versichern, die 300 Muskeln, 150 Nerven und die dazugehörigen Funktionen, Topografie und dergleichen mehr wanderten nachts bequem von alleine in ihr Gehirn. Lernen? Nein, ich doch nicht!

Nicht ganz so schlimm, aber trotzdem anstrengend ist das genaue Gegenteil: Diejenigen, die einem erzählen, wie viel sie die ganze Zeit lernen und was sie schon alles können. Oder nicht können. Es ist nämlich geradezu fatal, die 500. Verzweigung des „nervus ischiadicus“ nicht zu kennen! Dieser Typus hat die Eigenschaft, dem Durchschnittsstudenten ein kolossal schlechtes Gewissen zu verpassen.

Deswegen ist es eigentlich ratsam, sofort wegzurennen und laut zu schreien, wenn die Unterhaltungen sich dem Thema Lernen nähern. Und das tun sie in den Klausurenphasen verdammt häufig.

Zugegeben, nicht sehr leicht umzusetzen, aber ich wette, dass es enorm nützlich sein könnte.

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