interaktiv

Medizin studieren

Frauensachen

Autor:
Johannes

Rubrik:
studium

19.07.2018

Zwar hatte ich in Biochemie und Physiologie damals aufgepasst und allerlei über den weiblichen Zyklus, weibliche Geschlechtshormone und so weiter gelernt, aber letzten Endes ist es für mich, wie für viele andere männliche Kommilitonen, ein Buch mit sieben Siegeln geblieben. Dabei mangelt es nicht an Kontakt zum anderen Geschlecht oder Desinteresse, nein. Aber trotz allem fehlt der Bezug zur Regelblutung, prämenstruellen Syndrom, dem Klimakterium und der Schwangerschaft. Ich kann mir einfach herzlich wenig unter Unterleibsschmerzen, die nicht vom Magen/Darm kommen, vorstellen, ohne dass das jetzt empathielos klingen soll. Ich glaube jeder Frau, dass sie teilweise keine schöne Zeit hat, und halte auch emotionale Labilität einmal im Monat nicht für Ausreden. Aber da ich Gynäkologie im Curriculum stehen habe, wird mir einmal mehr klar: Im Gegensatz zum Mann ist das Hormonsystem der Frau wahnsinnig komplex! Es schwirren so viele verschiedene Hormone im Blut herum, wodurch es eben soviele Verhütungsmethoden gibt, die an unterschiedlicher Stelle ansetzen.
Beruhigend dabei ist, dass es meinen Kommolitoninnen umgekehrt genauso geht, wenn sie in der nachfolgenden Urologie-Vorlesung sitzen: Während Männer schmerzverzerrte, ungläubige Gesichter machen, wenn ihnen Bilder von abgetrennten Hoden präsentiert werden, ist in den Mienen der weiblichen Zuhörer meist nur eines auszumachen: Ungläubigkeit – und vielleicht ein bisschen Mitleid.

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