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Medizin studieren

Frauensachen

Zwar hatte ich in Biochemie und Physiologie damals aufgepasst und allerlei über den weiblichen Zyklus, weibliche Geschlechtshormone und so weiter gelernt, aber letzten Endes ist es für mich, wie für viele andere männliche Kommilitonen, ein Buch mit sieben Siegeln geblieben. Dabei mangelt es nicht an Kontakt zum anderen Geschlecht oder Desinteresse, nein. Aber trotz allem fehlt der Bezug zur Regelblutung, prämenstruellen Syndrom, dem Klimakterium und der Schwangerschaft. Ich kann mir einfach herzlich wenig unter Unterleibsschmerzen, die nicht vom Magen/Darm kommen, vorstellen, ohne dass das jetzt empathielos klingen soll. Ich glaube jeder Frau, dass sie teilweise keine schöne Zeit hat, und halte auch emotionale Labilität einmal im Monat nicht für Ausreden. Aber da ich Gynäkologie im Curriculum stehen habe, wird mir einmal mehr klar: Im Gegensatz zum Mann ist das Hormonsystem der Frau wahnsinnig komplex! Es schwirren so viele verschiedene Hormone im Blut herum, wodurch es eben soviele Verhütungsmethoden gibt, die an unterschiedlicher Stelle ansetzen.
Beruhigend dabei ist, dass es meinen Kommolitoninnen umgekehrt genauso geht, wenn sie in der nachfolgenden Urologie-Vorlesung sitzen: Während Männer schmerzverzerrte, ungläubige Gesichter machen, wenn ihnen Bilder von abgetrennten Hoden präsentiert werden, ist in den Mienen der weiblichen Zuhörer meist nur eines auszumachen: Ungläubigkeit – und vielleicht ein bisschen Mitleid.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Jul 19, 2018
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Jul 19, 2018

Medizin studieren

Keine Ausreden mehr

Der Material-, Methoden- und Ergebnis-Teil meiner Dissertation ist nun fast fertig. Der Großteil der Arbeit, nämlich die Einleitung und Diskussion, fehlen allerdings noch. Ich muss hier dringend weiterschreiben und das Doofe ist: Momentan habe ich keine Ausreden, die Schreiberei aufzuschieben. Mein Praktikum in Nürnberg ist vorbei, meine vier Nachtschichten erledigt und sogar im Urlaub war ich vor Kurzem.
Vor mir liegen also vier endlose Wochen, in denen ich tagein tagaus in die Bibliothek rennen und die Einleitung in Angriff nehmen muss. Meine Motivation lässt jedoch noch auf sich warten … Doch der Tag X nähert sich und mir bleibt nichts anderes übrig, als meinen Laptop aufzuklappen und das ungeliebte Worddokument mit dem Titel „V4_Diss.docx“ zu öffnen. Und dann beginnt die Schnecke zu kriechen: Satz für Satz wächst die Einleitung, Wort für Wort ackere ich mich durch Reviews, Paper und Dissertationen, durchsuche das Internet und die deutsche Nationalbibliothek nach Literatur. Eine riesige Menge an Informationen offenbart sich mir und was ich die ganze Zeit schon ahnte, bewahrheitet sich: Alles über dieses Thema zu wissen, ist unmöglich. Je tiefer ich vordringe, desto weniger habe ich das Gefühl, etwas zu wissen. Aber ich weiß auch, dass ich da mit nicht alleine bin und weitermachen muss. So wächst nicht nur mein Text, sondern auch das Literaturverzeichnis stetig an.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Jul 11, 2018
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Jul 11, 2018

Medizin studieren

Wenn das halbe Zuhause zerbricht

Meine WG ist so etwas wie mein Ruhepol, mein Dreh- und Angelpunkt. Es lief im vergangenen Jahr sehr gut mit meinen drei Mitbewohnern – ich kann mich immer auf sie verlassen uns sie sind immer für mich da.
Nun haben Malin und Maurice uns anderen beiden mitgeteilt, dass sie ausziehen werden. Beide ziehen mit ihren jeweiligen Partnern zusammen, Anfang Juli beziehungsweise Anfang August. Ich war sprachlos. Wechsel gehören im WG-Leben dazu, doch wir hatten innerhalb von drei Jahren erst einen Neuen, nämlich Maurice. Er ist nicht nur ein guter Mitbewohner, sondern mittlerweile vor allem ein guter Freund. Jetzt macht er den nächsten Schritt im Leben eines Erwachsenen und zieht mit seiner Freundin zusammen. Da fragte ich mich: Kann ich mir das mit meiner Freundin vorstellen? Die Antwort: nein. Ich möchte meine WG ungern aufgeben – auch wenn sie bald nur noch zur Hälfte besteht.
Malin zu verlieren, macht mich ebenso traurig. In den gemeinsamen drei Jahren haben wir so einiges zusammen erlebt. Sie hat mit Clara und mir die gesamte Wohnung ausgestaltet, die Küche zusammengebaut, Wände gestrichen und brachte immer neue Ideen für unser WG-Leben ein. Besonders ihre ruhige, ausgeglichene und aufrichtige Art wird mir fehlen.
Nun ist es an Clara und mir, zwei neue Mitbewohner zu finden, am liebsten wieder einen Jungen und ein Mädchen. Immerhin war für uns unausgesprochen klar, dass wir die WG weiterführen werden. Die Schwierigkeit dieses Mal ist, zwei Zimmer zu besetzen, die unterschiedlicher kaum sein können: Eines hat 16 Quadratmeter und Zugang zum Balkon. Das Zweite hat nur 12 Quadratmeter, liegt direkt an der Wohnungstür und wird zudem durch zwei Dachschrägen verkleinert. Auch wird es ein Balanceakt, dass sich die zwei Neuen miteinander verstehen.
Wir haben uns sehr schwer getan. Bei jeder Person hatten wir Malin und Maurice vor Augen und dachten, dass es nicht so werden wird, wie es war. Erst nach langen Gesprächen ist uns etwas Selbstverständliches bewusst geworden: Es wird anders, aber deshalb ja nicht schlechter. Nun werden Nora und Jan zu uns ziehen. Sie studiert Geowissenschaften, war zuletzt ein halbes Jahr zum Studieren in England. Er studiert Bauingenieurwesen und ist gelernter Zimmermann. Das wird!

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  Jul 9, 2018
Autor: Thilo
Rubrik: studium
Jul 9, 2018