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Geschichte und Philosophie

Mensa — Mens sana? — Ein Gericht

Das Essen in der Mensa heute war gar nicht mal so schlecht – Seelachs mit grünen Bohnen und Kartoffeln. Es hat geschmeckt, hat mir nicht den Magen verdreht und – warum auch immer – das Tohuwabohu und Geschnatter hat mich diesmal sosehr gar nicht gestört.

Vor der Mensa haben sie für die FAZ geworben – zwei Fischer haben ihre Angeln ausgeworfen. An den Haken kleine Probe-Abos. Dazwischen schwammen ein paar freie Exemplare, eines habe ich mir herausgegriffen. Schlank ist sie geworden, die Zeitung – angenehm schlank. Nach dem Essen hat eine Viertelstunde gereicht, sie durchzublättern. Komisch angeschaut wird man aber doch als Zeitung Lesender. Uns geht es gut, aber reicht das aus? Reicht das, um sich dem Gebaren der Politik und der Wirtschaft zu verschließen? Na ja, die Macht der Tageszeitungen ist längst gebrochen; auch ohne sie kann man sich inzwischen über alle Geschehnisse nah und fern informieren.

Apropos informieren – was ist das eigentlich für ein unheimlicher Ort – die Mensa?! Dreitausend Studenten werden hier täglich gefüttert, innerhalb von drei Stunden. Wenn fünf Kassen geöffnet haben, müssen im Durchschnitt also pro Stunde 200 Studenten pro Kasse passieren, sprich drei bis vier pro Minute. Na ja, das geht, aber gleich ist die Verteilung nicht. Jene, die hierher schon um elf Uhr kommen, zu einem vormittäglichen Mittagessen, finden problemlos einen freien Tisch und können sich auch bei normaler Lautstärke unterhalten.

Wenn um viertel vor Eins Seminare und Vorlesungen enden und Gänge und Treppenhäuser sich füllen, herrscht auch bei der Mensa Flut oder eher Springflut. Dann stoßen Rucksäcke unentschlossen Herumwirbelnder an Tabletts und die an der Kasse Wartenden dezimieren schon einmal die Pommes auf ihrem Teller.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Feb 9, 2010
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Rubrik: studium
Feb 9, 2010

Geschichte und Philosophie

Ein frühes Abendessen — Wann habe ich gelacht ...

Ein frühes Abendessen, dann habe ich danach noch Zeit, mich zu entspannen. Entspannen auf eine ganz besondere Art und Weise!

Der Tag war voller Erlebnisse, Erfolge und Niederlagen, Erreichtem und Verfehltem. Mehrere Fahrradfahrten, Mahlzeiten, Unterhaltungen und Lektüren. Bekanntes und Unbekanntes, Schönes und Hässliches – und immer wieder tausend Gesichter.

Was mache ich aus diesem Tag? Wo lege ich ihn ab – wo lege ich ihn hin – wo sortiere ich ihn ein? Was folgt aus dem Erlebten, was kann ich weiter so tun, was sollte ich ändern? Wo habe ich mich geirrt, wo gefehlt – meinen Ansprüchen nicht genügt. Welche Erkenntnisse habe ich gewonnen? Wann habe ich gelacht, wann mich gelangweilt, wann habe ich mich geärgert, wann war ich traurig? Wie fühle ich mich nun? Wo komme ich hin, wenn ich so fortfahre – die nächsten Tage, Wochen, Jahre?

Eine Reise in Gedanken, ein Spiel, aussagefähig, aber nicht absolut – zu viele Unbekannte.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Feb 5, 2010
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Rubrik: studium
Feb 5, 2010

Geschichte und Philosophie

Sächsisch-Sibirien (Teil 2 von 2)

Blick auf ein verschneites Mausoleum in einem Park

Bald fanden sich auf dem Universitätshof einige Arbeiter, die Schnee in Container schaufelten. Für den ansonsten der Kälte wegen untätigen Baukran fand man hier guten Nutzen. Die vollen Schneecontainer hob er aus dem Hof. Peu à peu hatten sich aber Eiszapfen gebildet, waren bedrohlich angewachsen zu einem Spalier von Damoklesschwertern. Gehwege wurden abgesperrt, bis Feuerwehrleute die Eiszapfen einen nach dem anderen abgebrochen hatten.

Dann kamen ein paar Tautage, Südwind. Es reichte nicht. Noch immer türmte sich der Schnee am Straßenrand, noch immer war der Park für Fahrradfahrer eine Tortour. Am letzten dieser Tautage schien etwas Sonne und schließlich stießen wir in einer schmalen Schneise auf festen Grund, Fahrradfahren war wieder möglich.

Mit dem freien Himmel kam in der Nacht die Kälte, und sie ist bisher geblieben. Wieder treiben Eisschollen auf dem Fluss. Einige Studenten hat es umgehauen, hustend und schniefend schleppen sie sich in die Uni.

Ich gehe weiterhin joggen, der gefrorene Schnee knirscht so schön unter den schnellen Füßen. Sauna täte auch gut, die ist hier in Leipzig zwar sehr beliebt, doch eher bei der Generation meiner Großeltern. Passend zum Wetter lese ich ein Buch über Sibirien und freue mich, wie es hier im Vergleich zu dort noch fast warm ist, wünsche mir aber auch so einen schönen Mantel aus zotteligem Schaffsfell und eine typisch russische Kopfbedeckung, eine Uschanka.

 

Foto: Privat

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Feb 2, 2010
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Rubrik: studium
Feb 2, 2010