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Geschichte und Philosophie

Mensa — Mens sana? — Ein Gericht

Autor:

Rubrik:
studium

09.02.2010

Das Essen in der Mensa heute war gar nicht mal so schlecht – Seelachs mit grünen Bohnen und Kartoffeln. Es hat geschmeckt, hat mir nicht den Magen verdreht und – warum auch immer – das Tohuwabohu und Geschnatter hat mich diesmal sosehr gar nicht gestört.

Vor der Mensa haben sie für die FAZ geworben – zwei Fischer haben ihre Angeln ausgeworfen. An den Haken kleine Probe-Abos. Dazwischen schwammen ein paar freie Exemplare, eines habe ich mir herausgegriffen. Schlank ist sie geworden, die Zeitung – angenehm schlank. Nach dem Essen hat eine Viertelstunde gereicht, sie durchzublättern. Komisch angeschaut wird man aber doch als Zeitung Lesender. Uns geht es gut, aber reicht das aus? Reicht das, um sich dem Gebaren der Politik und der Wirtschaft zu verschließen? Na ja, die Macht der Tageszeitungen ist längst gebrochen; auch ohne sie kann man sich inzwischen über alle Geschehnisse nah und fern informieren.

Apropos informieren – was ist das eigentlich für ein unheimlicher Ort – die Mensa?! Dreitausend Studenten werden hier täglich gefüttert, innerhalb von drei Stunden. Wenn fünf Kassen geöffnet haben, müssen im Durchschnitt also pro Stunde 200 Studenten pro Kasse passieren, sprich drei bis vier pro Minute. Na ja, das geht, aber gleich ist die Verteilung nicht. Jene, die hierher schon um elf Uhr kommen, zu einem vormittäglichen Mittagessen, finden problemlos einen freien Tisch und können sich auch bei normaler Lautstärke unterhalten.

Wenn um viertel vor Eins Seminare und Vorlesungen enden und Gänge und Treppenhäuser sich füllen, herrscht auch bei der Mensa Flut oder eher Springflut. Dann stoßen Rucksäcke unentschlossen Herumwirbelnder an Tabletts und die an der Kasse Wartenden dezimieren schon einmal die Pommes auf ihrem Teller.

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