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Studentenleben live

Kriminelle Energie

Autor:
Rose

Rubrik:
studium

28.11.2013

Im Studiwohnheim herrschen ganz eigene Gesetzte. Zum Beispiel darf alles, was im Gang steht und nicht angeschlossen ist, mitgenommen werden. Und das gilt für wirklich alles: Bücher, Lebensmittel, Möbel. Manchmal kommt es natürlich vor, dass Dinge im Flur stehen, die nicht zum Mitnehmen gedacht sind, wie zum Beispiel mein Wäschekorb. Ob es böse Absicht war oder ein Missverständnis, wird sich nicht klären lassen. Mein Wäschekorb aber war weg. Gut, dass er ein paar Stunden später wieder im Wäschekeller stand. Und natürlich prompt von mir zurückgeklaut wurde. Wenn man das so sagen kann.

Auch in der Uni glauben manche, dieses Gesetz anwenden zu können. So werden aus der Mensa und den Unicafés regelmäßig Besteck und Geschirr geklaut. Was nun dazu geführt hat, dass es zum Kaffee keine Metalllöffel (wow, ein Wort mit drei L) mehr gibt, sondern Plastikstäbchen. Super für die Umwelt.

Aus unserer Bibliothek werden pro Jahr 300 bis 400 Bücher geklaut. Pro Jahr! Davon trudeln ein paar im Laufe der Zeit wieder ein, viele bleiben aber in „Privatbesitz“ oder finden sich in Antiquariaten wieder. Einige wollen also tatsächlich ein Geschäft aus den Büchern machen, andere haben vielleicht einfach vergessen, dass das Buch, das sie benutzen, nicht ihres ist. Wieviele von den Jacken und Taschen, die vor der Bibliothek an der Garderobe hängen, plötzlich nicht mehr da sind, will ich gar nicht erst aufzählen. Das alles könnte mit einer Aufsicht verhindert werden, mag sich jetzt der eine oder die andere denken. Stimmt. Aber was ist wohl teurer, ein Jahresgehalt, oder 300 verschwundene Bücher, von denen einige gar nicht erst nachgekauft werden? Richtig geraten.

Es soll vielleicht eine elektronische Schranke eingeführt werden (wie im Kaufhaus). Ob es dann aber jemanden juckt, wenn sie Alarm schlägt, wird sich zeigen.

Es werden auch Tische und Stühle aus der Uni geklaut. Ganz ehrlich, fällt das nicht auf, wenn jemand mit einem Tisch über den Gang läuft und ihn aus dem Gebäude rausschleppt? Vielleicht, aber wir wussten ja schon lange: Dreistigkeit gewinnt.

Genauso in der Geschichte, die man sich hier erzählt (ob sie stimmt, weiß ich nicht). Zwei Studis seien in Blaumännern in einen vollen Unihörsaal gegangen, hätten den Beamer abmontiert und mitgenommen – und niemand hat etwas gesagt.

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