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Freiwilligendienst im Ausland

Die Generalversammlung

Autor:
Anni

Rubrik:
auszeit nach dem abi

11.12.2012

Ich liebe gemütliche Sonntage! Doch dieses Wochenende war nichts mit ausschlafen und ausspannen, denn es fand die jährliche Generalversammlung (AGA) von Amnesty International Mexiko statt und für diese wurden viele helfende Hände gesucht.

Zur AGA wurden im Vorfeld alle Mitglieder aus Mexiko eingeladen, um an diesem zweitägigen Treffen teilzunehmen. Es war sehr, sehr viel Vorbereitungsarbeit, denn die Organisation eines Treffen mit 100 Personen ist super aufwendig. So haben wir schon im Vorfeld die Nacht zum Tag gemacht, um die letzten Besorgungen und Arrangements im Versammlungssaal zu erledigen.

Am Samstag ging es dann sehr früh los, um trotz Verkehr rechtzeitig bei der Versammlung anzukommen. Ich weiß nicht, ob euch die Amnesty Strukturen bekannt sind. Vielleicht seid ihr als aktive Mitglieder schon selbst mal auf einer solchen Veranstaltung gewesen?

Auf der Generalversammlung kommen Mitglieder und Delegierte aus allen Teilen des Landes zusammen, um über die Satzung der Organisation und andere wichtige Entscheidungen abzustimmen. Dabei sind aus jeder Ortsgruppe jeweils zwei Personen stimmberechtig. Die Vorschläge werden vorab per Mail versendet und im Plenum ausgiebig diskutiert. Die Bestimmungen fallen dann per Mehrheitsentscheid. Zudem wird alle zwei Jahre auf der Versammlung ein neues Komitee gewählt, was auch in diesem Jahr wieder anstand.

Für mich war es das erste Mal, dass ich auf einer Generalversammlung dabei sein konnte. Ich habe selbige die meiste Zeit durch das Objektiv meiner Kamera beobachtet, um sie in zahlreichen Fotos festzuhalten und die Abstimmungen und Geschehnisse zu dokumentieren. Zudem konnte ich an diesem Wochenende interessante Bekanntschaften machen. Ich habe spannende Gründungsgeschichten gehört und gleich drei Weihnachtseinladungen erhalten!

Die Gründerin der Amnesty-Sektion in Mexiko erzählte, dass sie während des „Guerra Sucia“ (wörtlich: „dreckiger Krieg“) selbst eine politisch Gefangene war und durch Amnesty unterstützt wurde. Aus Dankbarkeit für diese Hilfe wollte sie der Organisation etwas zurückgeben und holte Amnesty nach Mexiko. Eine andere Gründungsgeschichte erzählt von der Ortsgruppe in Monterrey, wo ich selbst vor zwei Jahren studierte. Diese Ortsgruppe wurde ausgerechnet von zwei Deutschen ins Leben gerufen, die dort ein Auslandssemester machten. Nun ist die Gruppe ein Selbstläufer und hat viele aktive (vor allem mexikanische) Ortsmitglieder. Es war ein wirklich bereicherndes Wochenende.

PS: Damit ihr nicht denkt ich hätte am Wochenende nur gearbeitet, muss ich hier noch loswerden, dass ich mit einigen Freunden zum Calle 13 Konzert gegangen bin. Mit den beatigen Tönen ihres Ska-Raps wurden die Extrastunden weggespült und wir tanzten noch in der Metro weiter und sangen „Viva Latinoamérica!“.

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