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Ohne Strom (Teil 1)

Autor:
Esther

Rubrik:
auszeit nach dem abi

14.05.2009

„Gibt es gerade keinen Strom?" Ich weiß nicht, wie oft ich diesen Satz hier schon gesagt habe. In Nicaragua ist es keine Seltenheit, dass der Strom ausfällt. Manchmal kommt er schon nach wenigen Sekunden wieder, manchmal nach Stunden, doch ab und zu muss man auch Tage auf den Strom warten.

Dies ist aufgrund mehrerer Tatsachen ziemlich ungünstig! Nicht nur weil man zu dieser Zeit keine Musik hören, Fernsehen schauen oder das Internet benutzen kann - ich hatte mich schon öfters mit FreundInnen verabredet, um über Skype zu telefonieren, die dann Stunden auf mich warteten - sondern auch, weil zum Beispiel der Kühlschrank abtaut. Deshalb kaufen die meisten Nicas immer nur für den Moment ein: zwei Tomaten, einen halben Liter Milch, eine Zwiebel, aber auch (und das verstehe ich nicht!) eine Rolle Klopapier. Und eine neue Rolle wird erst gekauft, wenn man auf dem Klo mal ohne sitzt. Aber egal, das ist ein anderes Thema.

Das Schlimmste jedoch ist, dass ohne Strom kein Wasser kommt. Wasser gibt es (normalerweise) zwei Mal am Tag. In jedem Distrikt kommt es zu einer anderen Uhrzeit. In meinem Viertel  zwischen 14 und 17 Uhr und dann erst wieder von 23 bis 5 Uhr. Und in dieser Zeit muss man Wasser „sammeln". Das heißt, man muss Flaschen mit Trinkwasser füllen, den Eimer zum Duschen und das Becken zum Geschirr und Wäsche waschen füllen.

Und wenn dieses Wasser aufgebraucht ist, dann gibt es einfach keines mehr.

 

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