interaktiv

FSJ in Nicaragua

Religion in Nicaragua (Teil 2)

Autor:
Esther

Rubrik:
auszeit nach dem abi

27.05.2009

So erzählte uns der Gruppenleiter, dass es eine Sünde sei, sich nach 21 Uhr auf der Straße aufzuhalten, da man um diese Uhrzeit nur schmutzige Dinge treiben könne, etwa Bars besuchen, Alkohol trinken, in Diskotheken gehen. Weiter klärte er uns darüber auf, dass Tanzen nur erlaubt sei, wenn man dies mit sauberen Gedanken täte.

Als meine Freundin Ruth ihn fragte, warum die katholische Kirche Kondome verbiete, kippte der junge Herr fast von seinem Stuhl. So eine "anzügliche" Frage hatte er wahrscheinlich noch nie gestellt bekommen. Mit hochrotem Kopf versuchte er zu erklären, dass erstens der Gebrauch von Kondomen ein ebenso schlimmes Verbrechen wie eine Abtreibung sei und zweitens, dass man keineswegs Sex zum Vergnügen, sondern nur zur Fortpflanzung haben dürfe. Und natürlich nur verheiratet.

Schnell wurde das Thema gewechselt. Nachdem er uns erklärt hatte, dass die Evolutionstheorie erfunden und Homosexualität ein Verbrechen vor Gott sei, meinte er, dass jede andere Religion (und sei es nur die Evangelische) Lügen verbreiten und uns in Versuchung führen will. Dass wir ihnen jedoch mit aller Kraft widerstehen müssen, da wir ansonsten in der Hölle landen werden. "Die Mission, die Gott uns allen aufgetragen hat, ist es, die Welt von unserem, dem korrekten Glauben zu informieren und den Menschen aufzuerlegen!" Mit diesen Worten schloss er die Versammlung.

Sprachlos saß ich da. Für mich ist es unverständlich und es macht mich traurig, wie manche Leute so konservativ, so verschlossen, ja, so intolerant anderen Religionen und Lebenseinstellungen gegenüber sein können.

 

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