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Praktikum im Studium

Arbeiten im Land der unbegrenzten Möglichkeiten

Seit einigen Wochen arbeite ich nun schon für Porsche Motorsport North America und bin dort interner Ansprechpartner bei technischen Problemen. Meine Hauptaufgabe besteht darin, die Kundenbetreuer, die am Wochenende bei allen wichtigen Rennen in den USA vertreten sind, zu unterstützen. Das mache ich, indem ich deren Schadensmeldungen und Unfallberichte verarbeite und anschließend Teile begutachte. Ansonsten verwalte ich unser Qualitätsmanagementsystem und bereite Unterlagen für die Rennveranstaltungen vor.
Meine Arbeitstage dauern normalerweise von 7 bis 16 Uhr, also klassisch – dachte ich zumindest. Wobei ich mich schon zu Beginn über diese Arbeitszeiten gewundert hatte, da Motorsport und genau definierte Bürotage doch eigentlich nicht zueinander passen. Realistisch gesehen werde ich wohl einige Überstunden machen müssen, um mein Pensum zu erledigen. Das stört mich aber nicht weiter, da ich ja auf meiner absoluten Traumstelle arbeite: Während der Arbeitszeit in Rennwagen zu sitzen oder Teile zu Gesicht zu bekommen, die von den Entwicklungsabteilungen sonst streng geheim gehalten werden, ist einfach der Wahnsinn. Ich hatte auch schon die Ehre Patrick Long, einen Werksfahrer der Firma Porsche zu treffen.
Meine Kollegen sind sehr nett, aber die meiste Zeit irgendwo in den USA unterwegs. Ob die Arbeitskultur sich sehr von der in Deutschland unterscheidet, weiß ich noch nicht. Nach knapp drei Wochen ist das schwer zu beurteilen, zumal unser Team ein internationaler Mix aus Deutschen, Engländern und Amerikanern ist. Das werde ich wohl erst später beurteilen können. In den nächsten Wochen ist an meinem Arbeitsplatz aber auch so einiges geboten, da das neue Firmengebäude eröffnet und der alte Standort endgültig geschlossen wird. Dass ich diesen Prozess als Mitarbeiter miterleben kann, ist für mich sehr interessant – da habe ich wohl gutes Timing bewiesen.

Autor: Jan  |  Rubrik: studium  |  Oct 11, 2016
Autor: Jan
Rubrik: studium
Oct 11, 2016

Praktikum im Studium

Kolonialismus 2.0?

Mein Studiengang „Internationale Soziale Arbeit“ behandelt unheimlich viele Themen. In den zwei vergangenen Semestern habe ich mich unter anderem mit Kultur, Religion, Bildung, Krieg, Frieden, Extremismus und Menschenrechten auseinandergesetzt. Viele Themen haben mich traurig oder wütend gemacht, weil es meist um Ungerechtigkeit in der Welt ging. Als angehende internationale Sozialarbeiter haben wir in den Seminaren aber nicht nur darüber gesprochen, was in dieser Welt schief läuft, sondern auch, welche Möglichkeiten es gibt, daran etwas zu ändern. Da ist die weltweite Entwicklungszusammenarbeit, mit ihren positiven und negativen Aspekten, natürlich ein wichtiges Thema.
Es fühlt sich für mich seltsam an, als Weiße in ein afrikanisches Land zu gehen, um dort zu arbeiten. Da muss ich an Kolonialismus denken und wie dieser dazu geführt hat, dass ich als weiße Europäerin sehr privilegiert leben kann. Ist das, was ich, meine Kommilitonen und alle Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit tun, nicht einfach Neokolonialismus?
Ich habe nach Möglichkeiten gesucht, um mit der existenziellen Frage umzugehen, ob mein Praktikum in Uganda koloniale Strukturen fortsetzt. Eine ist es wohl, zu überprüfen, welche Aufgaben mir während des Praktikums übertragen werden. Würde ich vergleichbare auch in einem Praktikum in Deutschland zugedacht bekommen? Oder wird mir eine zu verantwortungsvolle Position vorgeschlagen? Wenn ja, hängt das damit zusammen, dass durch Kolonialismus ein Bild der Weißen als Experten für alles erzeugt wurde? Mir wurde auch wichtig zu hinterfragen, wem mein Praktikum nützt. Es kann sein, dass hier die Antwort lautet: Nur mir. Auch das kann in Ordnung sein, ich habe das auch schon bei Praktika in Deutschland erlebt. Dann sollte ich mir das aber eingestehen und den Gedanken aufgeben, ich würde die Welt mit meiner Arbeit irgendwie verbessern. Drittens sollte ich mir meiner eigenen unverdienten Privilegierung bewusst werden. Ich lebe in einer Welt, in der rassistische Gedanken auch 2016 noch in vielen Köpfen stecken. Durch mein Reflektieren hebe ich nicht alle Ungerechtigkeiten in dieser Welt auf. Aber diese schmerzhafte Erkenntnis ist meiner Meinung nach notwendig, wenn wir an der Ungerechtigkeit in dieser Welt etwas ändern wollen.

Autor: Annika  |  Rubrik: studium  |  Oct 10, 2016
Autor: Annika
Rubrik: studium
Oct 10, 2016

Praktikum im Studium

Willkommen in den USA!

Mein Traum vom Leben unter der kalifornischen Sonne ist mittlerweile Realität geworden. Nun kann ich die Metropole Los Angeles an der Westküste des Landes mein neues Zuhause nennen. Nach einem schmerzhaften Abschied von Familie und Freunden ging es vom Frankfurter Flughafen aus in etwa elf Stunden nach Portland, von wo aus mein zweiter Flug nach L.A. ging. Zunächst stand jedoch die Einwanderungsprozedur bevor. Laut amerikanischem Gesetz muss man bei seinem ersten Kontakt mit dem Land die Grenzkontrolle passieren, auch wenn man noch nicht sein finales Reiseziel erreicht hat. Ähnlich wie beim Konsulatstermin in Deutschland verspürt man schon einen gewissen Respekt vor dieser bürokratischen Hürde.
Nach einiger Wartezeit rief mich ein Officer zu sich und begann, meine Unterlagen und das Visum zu kontrollieren, Fotos zu machen und meine Fingerabdrücke zu scannen. Auf die Frage hin, wann ich denn wieder zurückfliegen würde, antwortete ich leider etwas vage: „Irgendwann Ende März“. Das war ein kleiner Fehler, denn daraufhin musste ich bis ins kleinste Detail erläutern, was ich nach meinem Praktikum noch vorhabe und warum ich noch keinen Rückflug gebucht habe. Meine Immatrikulationsbescheinigung, Meldebestätigung und mein Motivationsschreiben konnten den Officer dann aber überzeugen, dass ich wohl wirklich wieder nach Deutschland zurückkehren werde und dem amerikanischen Staat wohl nicht als zukünftiger Sozialfall auf der Tasche liegen werde.
Nach weiteren zweieinhalb Stunden im Flugzeug sah ich endlich die tausend kleinen Lichter von L.A., holte mein Gepäck ließ mich in die City fahren. Müde, aber glücklich, kam ich in meiner Unterkunft an, wo mich mein Gastgeber mit den Worten „Welcome to the United States of America“ begrüßte.

Autor: Jan  |  Rubrik: studium  |  Sep 28, 2016
Autor: Jan
Rubrik: studium
Sep 28, 2016