interaktiv

Studieren im Ausland

Von einem Büro zum anderen

Autor:
Esther

Rubrik:
studium

23.07.2014

Bevor ich mit dem Studium richtig loslegen konnte, verabredete ich mich mit Jonathan, meinem Paten, um die ganzen Universitätsangelegenheiten zu klären. Er hatte mich schon vorgewarnt: „Du warst ja bereits mit Thais im Rathaus und bei der Bundespolizei wegen der Beantragung des Visums. Daher hast du schon einen Einblick in die Bürokratie Brasiliens bekommen. Auch um dich in der Uni zu immatrikulieren, müssen wir zu drei verschiedenen Büros auf zwei unterschiedlichen Campus.”
Also gingen wir zuerst mit meinen Dokumenten aus Deutschland ins Büro für internationale Beziehungen. Dort wurde ich der Direktorin vorgestellt, bekam ein Papier, das ich ausfüllen musste, und anschließend wurden wir zu einem anderen Büro auf dem Campus Pici geschickt. Während wir auf den Bus warteten, erklärte mir mein Betreuer, dass dort die ganzen Naturwissenschaften, aber auch die Sport-Studiengänge angesiedelt seien. Als wir nach einer halben Stunde ankamen, meinte er: „So, jetzt müssen wir noch mal Bus fahren. Der Campus ist riesig. Zu Fuß kommst du hier nicht weit.” Der Campus Pici war in den 40er Jahren eine US-amerikanische Kaserne gewesen und dann viele Jahre später zu einem Uni-Campus umfunktioniert worden, erklärte mir Jonathan.
Im nächsten Büro wurden wir von einem netten Herrn empfangen, der mich in Fortaleza willkommen hieß, das bereits ausgefüllte Dokument unterschrieb und mir ein neues gab, das ich ebenfalls ausfüllen und dann wieder zurück zum Campus Benfica bringen sollte. Als wir dort nach anderthalb Stunden ankamen, hatten wir noch 20 Minuten, bis das Studierendensekretariat schließt. Die Frau an der Rezeption kontrollierte meine ganzen Papiere, und nachdem ich jetzt alles zusammenhatte, führte sie mich weiter ins Akademische Auslandsamt. Dort wollte meine Sachbearbeiterin die Kurse sehen, die ich belegen wollte. Als ich sie aussuchte, war das neue Vorlesungsverzeichnis noch nicht veröffentlicht worden, also hatte ich mir Kurse des letzten Semesters ausgesucht. Diese wurden allerdings dieses Semester teilweise nicht mehr angeboten. Die nette Dame zeigte mir also das aktuelle Verzeichnis und tippte auf ihre Uhr: Ich hatte noch fünf Minuten um mich neu zu entscheiden.

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