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Meine Abschlussarbeit

Meine Masterarbeit

Autor:
Mia

Rubrik:
orientieren

12.11.2018

Meine Masterarbeit verlangte von mir viel ab. Nicht nur körperlich war ich durch die Feldarbeit gefordert, auch seelisch kam ich an meine Grenzen. Um die pflanzliche Biodiversität auf verschiedenen Flächengrößen zu untersuchen, hatte ich zufällig 50 Punkte auf der geografischen Karte von Bayreuth ausgewählt. Das Aufsuchen dieser Punkte war die erste Herausforderung. Einen bestimmten Punkt irgendwo im Wald zu finden ist gar nicht so einfach, noch dazu, wenn man mit einer schweren Tasche voller Messbänder und Fachbücher beladen ist. Nicht selten musste ich mich durch dichtes Gestrüpp kämpfen und mir die Dornen aus der Haut ziehen. Fast noch mühsamer war es, wenn ein Punkt auf ein privates Grundstück fiel. Wusstet ihr, dass deutsche Vorgärten absolutes Sperrgebiet sind? Ich hatte weniger Schwierigkeiten, eine Fläche auf dem Flugplatz zu betreten, als eine in einer Wohnsiedlung.
Meistens kartierte ich am Vormittag und ging danach ins Labor, um die Pflanzen, die ich vor Ort nicht bestimmen konnte, zu pressen. Dann musste ich die Bodenproben trocken stellen und mir meistens noch den Dreck von den Schuhen klopfen oder sonst irgendwie für Ordnung sorgen. Mit einer Tasse Cappuccino habe ich mich dann an die Nachbestimmung der Pflanzen gewagt – nicht selten verließ ich das Labor erst nach 20 Uhr.
Trotzdem war es eine schöne Zeit, ich war viel an der frischen Luft und oft auch in schöner Natur unterwegs. Ich genoss die ruhige Zeit im Labor und das Gefühl endlich meine Abschlussarbeit machen zu können. Ich fühlte mich aber auch erschöpft.
Dazu kam, dass mein Betreuer meinen Arbeitsaufwand völlig falsch einschätzte und sogar andeutete, dass mein Einsatz zu gering sei, obwohl ich eigentlich schon über meine Grenzen hinaus arbeitete.
Wie es dann weiterging und wie ich mit der Überbelastung, dem Argwohn meines Betreuers und der voranschreitenden Vegetationsperiode zurechtkam, erzähle ich im nächsten Beitrag.

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