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Barrierefrei studieren?

Dabei und doch nicht dabei

Autor:
Daniela

Rubrik:
studium

03.03.2009

Im vergangenen Semester belegte ich ein Proseminar in mittelalterlicher Geschichte. Und mit diesem Kurs sollte ich meine eigenen Geschichten schreiben.

Schon die erste Sitzung wurde höchst ungewöhnlich: Ich nahm nicht daran teil, galt aber dennoch als anwesend. Das ist so gekommen, weil ich blind bin. Aber diese Erklärung ist sicherlich zu kurz gegriffen.

In meinem Stundenplan standen zwei Seminare direkt nacheinander. Und beide fanden im gleichen Gebäude statt. Dachte ich! Aber eine halbe Stunde bevor das zweite Seminar beginnen sollte, hörte ich, dass das Zimmer von einem anderen Kurs belegt war. Ich fragte im Sekretariat nach und erfuhr, dass es eine kurzfristige Raumänderung gegeben hatte. Noch dazu nicht einfach nur irgendeine, sondern der Kurs war in ein Gebäude verlegt worden, das verhältnismäßig weit weg war.

Das größere Problem bestand jedoch darin, dass ich den Weg dorthin nicht kannte. Ich hatte noch nie zuvor einen Kurs in diesem Gebäude belegt. Also war es auch unmöglich, dass ich es innerhalb weniger Minuten finden konnte.

Wie in ähnlichen Situationen war ich verärgert und frustriert. Und ratlos. Was sollte ich denn nun tun? In der ersten Stunde fehlen und hoffen, dass ich den Weg bis zur nächsten Woche lernen konnte?

Glücklicherweise hielt sich der Dozent noch in seinem Büro auf. Ich erklärte ihm mein Problem. Aber auch er wusste nicht so richtig weiter. Zumindest nicht für dieses Mal. Daher schickte er mich nach Hause und notierte, ich wäre anwesend gewesen.

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