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Was tun nach dem Abi?

Urlaubsreif

Autor:
Johannes

Rubrik:
orientieren

21.08.2012

Seit vier Wochen bin ich nun in Frankreich, gut dreieinhalb davon arbeite ich bereits. Ursprünglich sollte es bei drei Wochen Arbeit bleiben – der August wäre meine freie Zeit gewesen, sodass ich den kompletten September wieder arbeiten würde – doch ich habe eine weitere Woche drangehängt. Zum einen, weil Leute ins Team kamen, mit denen ich noch gerne eine Woche verbringen wollte, zum anderen weil ich auf das Geld angewiesen war, nachdem mein Surfbrett „leicht“ beschädigt wurde.

Nun mag es wie ein Traumjob klingen, umsonst am Atlantik zu lebenund zudem Zeit für das wichtigste Hobby zu haben, aber ganz so rosig und entspannt wie man sich das vorstellt, ist es auch wieder nicht.

Wir leben hier in einem gut 23-köpfigen Team, und zwar auf sehr engem Raum, mit einer gemeinsamen Küche und einem gemeinsamen „Wohnzimmer“, einer Hängemattensiedlung (mit zwei Stockwerken). Klingt toll, oder? Aber es ist auch sehr anstrengend, denn in einer Wohngemeinschaft von 23 Leuten bleiben Streitereien nicht aus. Dazu kommt die zermürbende Problematik der Kurswechsel: Jede Woche sieht man neue Gesichter. Natürlich freut man sich auf die neue Gruppe, man ist gespannt, wie die Gruppendynamik ist und neugierig auf neue Leute, aber jeden Samstag wird eben auch auf „Reset“ gedrückt. Fragt mich ja nicht nach Namen aus meiner ersten Gruppe. Ich habe, um ehrlich zu sein, schon ein bisschen Probleme, mich überhaupt an die Situation der ersten Kurswoche zu erinnern. Seitdem habe ich circa 150 neue Leute gesehen, und auch das Team, in dem ich arbeite, hat sich verändert. Seit meinem Arbeitsbeginn wurde fast das komplette Team ausgetauscht. Das heißt, dass ich Leute kaum länger als zwei bis drei Wochen sehe.

Sicher jammere ich auf hohem Niveau. Ich will auch nicht sagen, dass mir das hier keinen Spaß macht, das ist genau was ich will! Aber es ist eben auch kein Urlaub. Den habe ich aber bald. Die erste Woche werde ich mit einem anderen Teamer vermutlich in Hossegore verbringen. Die zweite und dritte Woche fahre ich nach Galizien, Nordwestspanien. Und was in meiner vierten Urlaubswoche passiert, weiß ich noch nicht. Ganz sicher weiß ich hingegen: Ich bin total urlaubsreif!

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