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Was tun nach dem Abi?

Home Sweet Home

Die letzte Woche in Galicien war, zum Glück, von tollen Wellen geprägt. Eigentlich war ich jeden Tag mindestens fünf bis sechs Stunden im Wasser, was natürlich recht anstrengend ist, wenn man bedenkt, dass dazwischen immer noch zum nächsten Spot gefahren wurde. Trotzdem super, denn so kommt man wenigstens auf seine Kosten und ist immer ausgelastet! Insgesamt wurde sowieso echt viel gefahren. Seit meinem Urlaub, also seitdem ich Pause vom Surfcamp habe (drei Wochen sind ess nun), bin ich gute 2.500 Kilometer gefahren. Glücklicherweise nie größere Stücke, wenn man pro Tag maximal 400 bis 500 Kilometer fährt, ist das noch einigermaßen auszuhalten. Es tut aber definitiv gut, mal von den langen Sandstränden Südwestfrankreichs wegzukommen und andere Strände zu sehen. Auch die Tatsache, sich nur auf das eigene Surfen konzentrieren zu können - und keinen Kurs betreuen zu müssen - ist echt toll: Es bringt einen in Bezug auf das Können wirklich voran! Und Fortschritte motivieren!

Aber man gewinnt, dank der Distanz zum Camp, auch Einsicht in gewisse Dinge: Beispielsweise hat der von der Teamköchin gefüllte Kühlschrank schon ein paar Vorteile. Abends um acht vom Surfen heimzukommen und sich an den gedeckten Tisch zu setzen, ist auch richtig toll – verglichen mit der gefühlten 30. Portion Nudeln mit Tomatensoße!Insofern war ich nicht allzu traurig, als sich die dritte Urlaubswoche dem Ende näherte und ich die knapp 1.000 Kilometer zurück nach Frankreich antreten musste. Jetzt arbeite ich wieder, habe einen Fortgeschrittenen-Kurs und zwei Freunde von mir sind ebenfalls im Camp, um sich das Surfen beibringen zu lassen!

Was will man mehr?

Autor: Johannes  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Sep 4, 2012
Autor: Johannes
Rubrik: auszeit nach dem abi
Sep 4, 2012

Was tun nach dem Abi?

Auf dem Jakobsweg

Die zweite Urlaubswoche ist nun also angebrochen und soll, wenn es nach mir geht, niemals enden! Über San Sebastian bin ich durch das Baskenland gereist, gemeinsam mit zwei Kollegen aus dem Surfcamp und dem Bruder des einen bis nach Galicien! Wirklich geplant hatten wir dabei nichts, einzig das Ziel, innerhalb einer Woche in Galicien anzukommen stand auf dem Plan! Oh, und dabei so oft zu surfen wie nur irgend möglich, versteht sich! So machten wir also täglich mehrere Male in einer der unzähligen Buchten der nordspanischen Küste Halt, um Wellen und etwaige Schlafplätze zu finden.

Es ist genial, zu sehen, wie sich die Landschaft von Region zu Region verändert. Während Kantabrien und das Baskenland hauptsächlich aus unzugänglicher Steilküste bestehen, kommt man in Asturien bereits ohne größere Schwierigkeiten in die Buchten. Von bewaldeter zu mit Gras bewachsener Steilküste verändert sich die Landschaft, und auch die Bebauung unterliegt einem Wandel. Man sieht definitiv, dass es der Region, besser gesagt den Regionen hier oben, an Geld mangelt, denn ein Großteil der Bevölkerung und Bebauung wirkt sehr verarmt und heruntergekommen.

Wirklich verwundern tut das allerdings nicht, denn der einzige Wirtschaftsfaktor ist eine in die Jahre gekommene Industrie. Mit Tourismus ist hier auch nicht mehr viel, je weiter man sich nach Westen bewegt, desto leerer wird es. Einzig ein paar Pilger sieht man ab und zu, die den Jakobsweg gehen. Wie erwartet ist die Übernachtungssituation sehr entspannt, in insgesamt sieben Nächten hatten wir kein einziges Mal Schwierigkeiten. Und das bei derart genialen Stellplätzen! Auf Klippen mit direktem Meer-/Panoramablick, in Pinienwäldern auf der Düne, ebenfalls mit Meerblick, und auf normalen Strandparkplätzen, eine Minute Gehzeit vom Wasser entfernt! Was will man mehr? Das einzige Problem ist momentan nur die Kohle... Brettreperaturen sowie unerwartete, erzwungene Investitionen und dergleichen mehr lassen das Geld doch recht knapp werden!

Ich hoffe nur, dass ich die letzten Kilometer runter bis Vigo (momentan sind wir in La Coruña) noch über die Runden komme und die nächste Woche noch Geld für Essen habe. Ansonsten wäre ich gezwungen, frühzeitig zurück nach Frankreich zu fahren. Zwar muss ich dort für Stellplätze Geld bezahlen, doch ist dort die Verpflegungssituation um einiges leichter. Und komfortabler – bekocht werden ist doch eine feine Sache.

Autor: Johannes  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Sep 3, 2012
Autor: Johannes
Rubrik: auszeit nach dem abi
Sep 3, 2012

Was tun nach dem Abi?

Urlaubsreif

Seit vier Wochen bin ich nun in Frankreich, gut dreieinhalb davon arbeite ich bereits. Ursprünglich sollte es bei drei Wochen Arbeit bleiben – der August wäre meine freie Zeit gewesen, sodass ich den kompletten September wieder arbeiten würde – doch ich habe eine weitere Woche drangehängt. Zum einen, weil Leute ins Team kamen, mit denen ich noch gerne eine Woche verbringen wollte, zum anderen weil ich auf das Geld angewiesen war, nachdem mein Surfbrett „leicht“ beschädigt wurde.

Nun mag es wie ein Traumjob klingen, umsonst am Atlantik zu lebenund zudem Zeit für das wichtigste Hobby zu haben, aber ganz so rosig und entspannt wie man sich das vorstellt, ist es auch wieder nicht.

Wir leben hier in einem gut 23-köpfigen Team, und zwar auf sehr engem Raum, mit einer gemeinsamen Küche und einem gemeinsamen „Wohnzimmer“, einer Hängemattensiedlung (mit zwei Stockwerken). Klingt toll, oder? Aber es ist auch sehr anstrengend, denn in einer Wohngemeinschaft von 23 Leuten bleiben Streitereien nicht aus. Dazu kommt die zermürbende Problematik der Kurswechsel: Jede Woche sieht man neue Gesichter. Natürlich freut man sich auf die neue Gruppe, man ist gespannt, wie die Gruppendynamik ist und neugierig auf neue Leute, aber jeden Samstag wird eben auch auf „Reset“ gedrückt. Fragt mich ja nicht nach Namen aus meiner ersten Gruppe. Ich habe, um ehrlich zu sein, schon ein bisschen Probleme, mich überhaupt an die Situation der ersten Kurswoche zu erinnern. Seitdem habe ich circa 150 neue Leute gesehen, und auch das Team, in dem ich arbeite, hat sich verändert. Seit meinem Arbeitsbeginn wurde fast das komplette Team ausgetauscht. Das heißt, dass ich Leute kaum länger als zwei bis drei Wochen sehe.

Sicher jammere ich auf hohem Niveau. Ich will auch nicht sagen, dass mir das hier keinen Spaß macht, das ist genau was ich will! Aber es ist eben auch kein Urlaub. Den habe ich aber bald. Die erste Woche werde ich mit einem anderen Teamer vermutlich in Hossegore verbringen. Die zweite und dritte Woche fahre ich nach Galizien, Nordwestspanien. Und was in meiner vierten Urlaubswoche passiert, weiß ich noch nicht. Ganz sicher weiß ich hingegen: Ich bin total urlaubsreif!

Autor: Johannes  |  Rubrik: orientieren  |  Aug 21, 2012
Autor: Johannes
Rubrik: orientieren
Aug 21, 2012