Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Was tun nach dem Abi?

Bilanz

Ich sitze im Flugzeug nach Hause. Und ziehe Bilanz. Was halte ich von meinen zwei Monaten in Südafrika? Würde ich wiederkommen? Würde ich alles genauso machen?

Landschaftlich finde ich Südafrika nach wie vor atemberaubend schön. Endlose menschenleere Weiten, die man in Europa so gut wie nicht mehr findet. Die Tierwelt, die Pflanzenwelt, die Menschen: Alles kam und kommt mir immer noch vertraut vor. Der Sprachenmix aus English, Afrikaans, Zulu, Xhosa und vielen mehr war hingegen gewöhnungsbedürftig. Alles in diesem Land spiegelt Vielfalt wieder. Außerdem habe ich einige interessante Menschen kennengelernt.

Aber ich bin leider keine zehn Jahre mehr. Es stört mich, dass ich mich nicht wirklich bedenkenlos zu Fuß bewegen kann. Und selbst in einer Kleinstadt, wo man es doch mal wagen kann, spazieren zu gehen, sollte man sich als junge Europäerin genau überlegen, ob man das möchte. Denn mir wurden schon eindeutige Blicke zugeworfen und auch konkrete Angebote gemacht. Richtig bedrohlich wurde es nicht, allerdings habe ich mich manches Mal doch sehr unwohl gefühlt.

Alleine in Südafrika nur mit dem Rucksack herumzureisen, würde ich persönlich nicht empfehlen – egal, ob Mann oder Frau. Kann man sich jedoch ein Auto, ein Hotel oder ein Guesthouse leisten und bringt man viel Zeit mit – mindestens zwei Wochen sollten es schon sein – kann ich Südafrika für einen Urlaub nach wie vor empfehlen. Nur dort leben möchte ich nicht mehr.

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  Nov 25, 2013
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
Nov 25, 2013

Was tun nach dem Abi?

Die unschönen Seiten des Backpacker-Daseins

Nach vier Wochen auf der Farm meiner Freunde beschloss ich weiterz ziehen. Der Besuch weiterer Bekannter stand jedoch vorerst nicht auf dem Programm, mich hatte mal wieder das Backpacking-Fieber gepackt. Nur mit dem Rucksack reisen wohin ich will, bleiben solange ich möchte; das hörte sich gut an. Allerdings wollte ich der beliebtesten Rucksacktouristen-Route – ein Großteil verläuft entlang der Ostküste – fern bleiben. Da ich mir kein Auto leisten konnte, fasste ich den Entschluss, meine Weiterreise mit dem Bus zu planen. Unter anderem verkehren in Südafrika die Busgesellschaften Greyhound, Translux, City to City und Intercape, welche allgemein als sicher gelten. Trotzdem sollte ich an dieser Stelle erwähnen, dass Südafrikaner im Straßenverkehr durchaus ein anderes Sicherheitsempfinden haben als wir, manche Manöver sind schon ein wenig halsbrecherisch…

Jedenfalls nahm ich eine neunzehnstündige Busfahrt nach Durban auf mich. Und fand mich um fünf Uhr morgens alleine an einer menschenleeren Tankstelle, etwas außerhalb der Stadt gelegen. Schon in Deutschland hätte ich in so einer Situation ein komisches Gefühl, aber in Südafrika war ich kurz davor, eine klitzekleine Panikattacke zu bekommen, denn ich wusste nicht, wie ich von der Tankstelle zum Hostel kommen sollte. Ich hatte versäumt, mir eine südafrikanische Handynummer zuzulegen, weswegen selbst ein Taxi zu rufen nicht in Frage kam. In meiner Verzweiflung bin ich ins nächstbeste Geschäft gestürmt, habe dem Manager meine Situation geschildert und er bot mir an, mich mitzunehmen. Bitte keinesfalls nachmachen! Egal, wie nett jemand sein sollte, wenn es irgendwie anders geht, nicht bei Fremden ins Auto steigen. Ich hatte kaum eine andere Wahl und kam zum Glück auch unversehrt beim Hostel an.

Nach gründlicher Internetrecherche stellte sich heraus, dass alle Busse in Südafrika an Tankstellen halten, die größtenteils am Stadtrand gelegen sind. Nennt mich übervorsichtig, aber das war mir als Alleinreisende junge Frau ein zu großes Sicherheitsrisiko. Nachdem ich mit meinen Bekannten gesprochen hatte und sich herausstellte, dass ich sie leider nicht besuchen konnte, beschloss ich, vorzeitig nach Hause ins kalte Deutschland zu fliegen.

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  Nov 20, 2013
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
Nov 20, 2013

Was tun nach dem Abi?

Das Desaster Südafrika

Gestern Mittag fing es endlich an zu regnen. Mit allem drum und dran. Der Damm lief sogar über. Das zuvor noch trockene Flussbett war voll mit fließendem Wasser. Blitz und Donner waren wunderbar anzuschauen. Irgendwann hatten wir dann allerdings genug. Es wurde dunkel und kalt. Also sind wir ins Haus gegangen, um uns einen Film anzusehen. In der Mitte des Filmes, Jason Bourne ist gerade mal wieder knapp dem Tod entronnen, klopft es an der Haustür. Nichts ungewöhnliches, oder? Mitten im Nirgendwo schon. Man bekommt hier selten Besuch. Auf alles gefasst öffnet der Herr des Hauses die Tür und vor ihm steht eine junge, durchnässte, zitternde Frau.

Sie kam aus Deutschland und war mit der Aussicht auf einen Platz als Wwoofer nach Südafrika geflogen. Als sie bei der Familie ankam, erweckte eigentlich auch alles einen relativ guten Eindruck. Jedoch verschlechterte sich die Stimmung mit der Ankunft einer weiteren Freiwilligen zusehends. Einen Tag vor ihrer Abfahrt eskalierte die Situation und sie erfuhr den Grund für die schlechte Laune: Die Familie war nicht damit einverstanden, dass die junge Deutsche angeblich nur die Mindestanzahl an vereinbarten Arbeitsstunden absolvierte. Laut eigener Aussage arbeitete sie aber deutlich mehr.

Über viele Umwege war sie nun auf der Farm meiner Freunde gelandet. Und endlich hatte sie Glück: Meine Bekannten haben ihr zugesichert, dass sie solange bleiben darf, bis sie etwas Neues gefunden hat und ihre Eltern ihr finanziell aushelfen. Das nenne ich nun wirklich großmütig und hilfsbereit!

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  Nov 8, 2013
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
Nov 8, 2013