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Medizin studieren

Der Startschuss

Autor:
Thilo

Rubrik:
studium

10.12.2015

Ich wippte nervös auf meinem Stuhl, kaute auf meiner Unterlippe, wischte mir eine Schweißperle von der Stirn. Dann atmete ich tief durch. Prüfungssituationen bin ich einfach nicht mehr gewöhnt, aber das änderte sich nun wieder: Vor mir lag die Chemie-Eingangsklausur.

Was in der Schule irgendwann zur Routine wurde, habe ich während meines Freiwilligendienstes komplett verlernt. Die Stresssituation eines Testes erlebte ich zuletzt Anfang des Jahres, als ich zum Studierfähigkeitstest nach Münster fuhr. Seitdem hatte ich keine Bewertungen oder Klausuren, keine Prüfungen, keine Tests. Alles ging seinen Lauf, alles klappte schon. Nun musste ich also wieder etwas abliefern und wieder präsent sein. Und ich muss gestehen, dass ich deutlich schlechter war, als ich es mir erhofft hatte. Da ich dachte, mein Wissen aus dem Chemie-Leistungskurs in der Oberstufe würde noch ausreichen, bereitete ich mich nur sehr oberflächlich vor. Das war ein Fehler, denn bei einigen Fragen musste ich wirklich passen. Redoxreaktion von Permanganat und Eisen-Ionen in saurem, wässrigen Milieu? Das Phasendiagramm des Wassers? Zum Glück muss ich nur 50 Prozent der Punkte erreichen – es gibt keine Note, sondern nur das Ergebnis darüber, ob ich bestanden habe oder nicht. An meinem Ego und meinem Ehrgeiz nagt es dennoch.

Während die vergangenen Wochen recht ruhig verliefen, wird es ab nun erst interessant. Zum Bio-Praktikum gesellt sich schon ein Praktikum in Physik, in dem wir jedes Mal ein Antestat mit sechs Fragen ablegen müssen, das ich glücklicherweise bestanden habe. Dazu kommt von nun an auch ein Chemie-Praktikum, das ebenso Antestate mit sich bringt. Aber immerhin darf ich dabei einen Kittel tragen, was ein wunderbares Gefühl ist.

In den kommenden Wochen muss ich zudem noch Hospitationen leisten, die ich im Bereich der Anästhesie absolvieren werde. Ich muss mich dafür mit Ärzten aus der Allgemein- und Unfallchirurgie in Verbindung setzen, um Termine zu erbitten. Und auch die Dozenten in Biologie und Anatomie drücken spürbar auf´s Gas.

Ab nun geht es wohl wirklich ans Eingemachte, denn es wird viel gepaukt. Eine Herausforderung, die ich gerne annehme!

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