interaktiv

Studentenleben live

Bettenmachen und Begrüßungsküsschen

Autor:
Inga

Rubrik:
studium

08.03.2013

Natürlich sind all diese Klischees aus unserem lieben Nachbarland Frankreich allgemein bekannt und sollten keinen mehr schocken. Meine erste Erfahrung mit den französischen „bises“ liegt mehr als acht Jahre zurück und war damals einfach nur peinlich. Ich hatte das mit dem links und rechts halt noch nicht so drauf, sodass das Küsschen von Luc eben genau in der Mitte landete – auf meinem Mund. Ich fand das nicht so übertrieben lustig wie alle anderen, aber das war in der siebten Klasse.
Trotzdem – es ist schon befremdlich jeden morgen im Büro an die zwanzig Leute so zu begrüßen. Überall schmatzt es permanent! Aber man gewöhnt sich dran. Inzwischen habe ich mir sogar die elegante Bewegung abgeguckt, mit der Frau ihre Haare festhält, damit sie dem Gegenüber beim Küsschen links Küsschen rechts nicht ins Gesicht fallen. Gut, gell?
Aber die eigentliche Katastrophe beginnt schon viel eher: Wenn ich morgens versuche aus dem Bett zu steigen. In Frankreich, allgemein im romanischen Kulturraum, werden die Bettdecke und das Laken (das unseren klassischen Bettbezug ersetzt) auf wundersame Art und Weise unter der Matratze festgeklemmt, sodass man in das Bett wie in einen Schlafsack hineinkriecht. Das ist ziemlich cool, weil es warm ist und die Decke nicht verrutschen kann, sodass Arm oder Bein im Kalten liegen. Hat man allerdings das Bedürfnis sich im Schlaf mal umzudrehen, fühlt man sich schnell wie in einer Zwangsjacke und das Desaster am nächsten Morgen bleibt nicht aus: Das Laken liegt irgendwo neben dem Bett, die Decke ist völlig unbezogen und die ganze Konstruktion ist unwiederbringlich zerstört. Ich werde wohl meine Gastmama oder Google fragen müssen, wie man französische Betten macht!

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