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Studentenleben live

Medienflut

Autor:
Miriam

Rubrik:
studium

04.09.2014

Bevor ich mit meiner Bachelorarbeit angefangen habe, stellte ich fest, dass ich zunehmend Probleme hatte, mich zu konzentrieren. Meine Aufmerksamkeitsspanne wurde allgemein immer kürzer, ich arbeitete immer kürzer am Stück an etwas und vertiefte mich gar nicht mehr so sehr in ein Thema wie früher.

Ich erkläre mir das so, dass ich ständig von den Reizen unterbrochen werde, die von Medien ausgehen (z. B. klingelt das Smartphone, ich schaue neben meiner eigentlichen Arbeit fern, lese beim Recherchieren etwas, das mich auf einen anderen Gedanken bringt usw.) oder mir einfällt, dass ich jetzt keine Lust mehr habe, zu arbeiten und beginne aktiv, ein Medium zu nutzen. Meist passiert das, wenn mir meine Aufgabe keinen Spaß macht oder ich erschöpft bin. Seitdem ich aber so viele Zerstreuungsmöglichkeiten habe, bin ich viel schneller erschöpft und möchte mich immer häufiger mit ihnen „belohnen“.

Durch die ständige Flut an Informationen stelle ich bei mir auch ein gewisses Halbwissen fest. Ich weiß selten, woher ich die Information bezogen habe (was ihre Verlässlichkeit in Frage stellt) und auch nicht, was genau ich gehört habe. So beginne ich viele Sätze mit: „Ich hab mal gehört, dass...“ und ende mit „aber genau weiß ich das nicht mehr“. Oft merke ich auch selbst, dass irgendwas an der Sache nicht stimmt, habe aber selten die Muse oder Zeit, das nachzuprüfen.

Immer wieder versuche ich mir zu verbieten andere Medien zu nutzen, wenn ich eigentlich Wichtigeres zu tun habe oder wenn mir wieder einmal auffällt, wie viel Zeit dabei verloren geht. Dann sperre ich Facebook mit einem Programm, das wie eine Kindersicherung für Erwachsene ist, mache das Handy lautlos und drehe es um und ziehe das Kabel für die Internetverbindung. Dann fühle ich mich plötzlich befreit und mit mehr Zeit beschenkt. Lange halte ich das aber leider nie aus.

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