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Bachelor live

In der Selbsthilfewerkstatt

Autor:
Ferdinand

Rubrik:
studium

31.08.2017

Geht dem Leipziger Studierenden sein geliebtes Fahrrad kaputt oder möchte er es reparieren, so muss er es in die Werkstatt bringen. Doch was tun, wenn das studentische Budget die Reparatur in einem klassischen Fahrradladen nicht zulässt? Man besucht eine der vielen Selbsthilfewerkstätten der Stadt.
Auch mich zog es so zuletzt zum Fahrradmatze. Seit vier Jahren hat der junge Mann eine Werkstatt im Leipziger Osten und erklärt geduldig, steht zur Seite und sorgt so dafür, dass die Räder nach ein paar Stunden wie neu sein Haus verlassen.
An meinem Rad gab es einiges zu reparieren, habe ich doch eine größere Tour im Sommer vor mir. Betritt man die Werkstatt von Fahrradmatze, fühlt man sich mehr wie in einem WG-Zimmer. An den Wänden hängen alle nur denkbaren Ersatzteile und neue Reifen, auf dem Dielenboden schwirren die verschiedensten Teilchen und Schrauben umher. Doch Matze hat den Durchblick. Wir wechseln die Bremsbeläge, den Hinterreifen, fetten das Radlager neu, ziehen neue Brems- und Schaltzüge auf und mein Rad erhält eine neue Kette, neue Ritzel. Matze erklärt alles mit einer Urruhe, macht die Handgriffe vor und ich mache sie nach. Er hat drei Stellplätze für Räder, an denen gleichzeitig geschraubt werden kann. Es ist Betrieb im Laden. Eine Kundin lässt ihr Rad für eine Deutschlandrundreise überholen, eine andere kommt, um Probleme mit dem neu aufgebauten Eingangrad auszumerzen und ein dritter Kunde speicht die Räder des Rennrades neu ein.
Der Vorteil der Selbsthilfewerkstatt ist nicht nur, dass es billiger ist und dass man eine Menge lernt, sondern auch, dass es alle Ersatzteile und Werkzeuge direkt vor Ort gibt. In einer so fahrradreichen Stadt wie Leipzig eine super Erfindung und natürlich passt dieses Ladenkonzept auch sehr gut zum Trend des Selber-Reparierens.
Nach fünf Stunden sind Matze und ich fertig. Wir schütteln uns die noch ein wenig öligen Hände und ich verlasse die Selbsthilfewerkstatt nicht nur mit einem toll fahrenden Rad, sondern auch mit einer Menge mehr Wissen und Fähigkeiten. Und das zu einem wesentlich geringeren Preis als in großen Werkstätten.

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