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Was tun nach dem Abi?

Studiums-Resümee

Autor:
Johannes

Rubrik:
auszeit nach dem abi

09.01.2013

Lange habe ich mich nicht mehr gemeldet. Nicht, weil ich keine Lust mehr gehabt hätte, meine Erfahrungen zu teilen, sondern eher, weil ich mir nicht sicher war, wie ich meine – zugegeben etwas unrühmlichen – Erlebnisse schön verpacken konnte.

Doch von vorne: Ich habe ja angefangen Physik zu studieren, weil ich das Fach in der Schule unglaublich spannend fand und auch nicht allzu schlecht darin war. Dass ein Fach im Studium häufig nicht ganz dem Schulfach entspricht, war mir klar, leider aber doch nicht so klar wie jetzt. Auf einen Mathe-Anteil von 75 Prozent war ich nicht eingestellt, eher auf 50. Und selbst das hatte mich schon damals, als die Entscheidung fiel, eher skeptisch gestimmt. Nun ist es nicht so, dass ich schlecht in Mathe bin oder war, definitiv besser als viele! Allerdings ist das Niveau hier an der Uni eben doch ein ganz anderes. Auch bin ich niemand, der vor Herausforderungen zurückschreckt oder keine Lust auf Anspruch hat. Was aber, zumindest für mich, unerlässlich ist, ist die Motivation, der Spaß, ein Ziel. Alle drei Dinge vermisse ich seit Anfang Oktober.

Zeit für Nebenbeschäftigungen bleibt kaum, sodass auch die Eingliederung in ein soziales Umfeld schwer fällt. Verfolgt man das Studium zielstrebig, bleibt keiner meiner Kommilitonen unter einer 55 Stunden-Woche. Realistischer ist irgendetwas zwischen 60 und 70 Stunden, Wochenende bleibt einem auch keines. Auch das sind Dinge, die mich, solange die Motivation noch vorhanden ist, nicht wirklich stören (solange für Grundlegendes Zeit bleibt). Aber wie gesagt, Mathe in dem Umfang hat meiner Meinung nach nichts mit Spaß oder sonst irgendetwas zu tun. Deshalb habe ich mich entschlossen mit Physik aufzuhören.

Zugegeben, leicht fiel mir die Entscheidung nicht; es hat einen faden Beigeschmack und ich fühle mich ein bisschen wie ein Versager, aber bevor ich mich fünf Jahre durch irgendetwas durchkämpfe, womit ich unterm Strich nie glücklich werde, entscheide ich mich lieber frühzeitig, wenn noch Zeit für ein Umdenken ist.

Was dieses Umdenken hervorbringt, werden die kommenden Wochen zeigen!

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