beruf & karriere

Arbeitsmarktmanagement

Von der Arbeitsvermittlung bis zur Existenzgründungs-Beratung

Sarah Rothbühr (33) studiert Arbeitsmarktmanagement an der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit (HdBA). Immer wieder ist sie erstaunt, wie vielfältig die Tätigkeitsbereiche ihrer Arbeitgeberin sind.

Zwei junge Frauen beraten eine Jugendliche an einem Schreibtisch mit Hilfe einer Broschüre.

In ihrem dualen Studium an der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit lernen die Studierenden während der Praxisphasen verschiedene Einsatzorte kennen, unter anderem die Arbeitsvermittlung.

Recht, Soziales und Wirtschaft in einem Studiengang – für Sarah Rothbühr ist das die ideale Kombi. Die 33-Jährige hat Rechtswissenschaften studiert sowie Berufserfahrung als Mediatorin und Coach gesammelt: Jetzt setzt sie noch ein duales Studium an der HdBA oben drauf. „Meine juristischen Fähigkeiten und Erfahrungen in der Beratung von Menschen nutzbar und kombinierbar machen zu können, hat mich zu meiner Studienwahl bewogen“, erklärt sie diese Entscheidung. Die Tatsache, dass die Bundesagentur für Arbeit ihren Studierenden ein gutes Ausbildungsgehalt zahlt, kommt ihr dabei entgegen.

Um den Studienplatz zu ergattern, musste Sarah Rothbühr ein Auswahlverfahren durchlaufen: Im ersten Schritt standen ein psychologischer Eignungstest mit Gespräch, im zweiten Schritt ein Bewerbungstag. Hier sollte die Bewerberin zunächst in einem Interview ihre Motivation erläutern, anschließend eine Präsentation zu einem vorgegebenen Thema halten und schließlich ein simuliertes Fallgespräch führen. „Zur Vorbereitung bekamen wir den Lebenslauf einer fiktiven Person. In einem Gespräch mit einem Rollenspieler mussten wir dann zeigen, wie wir in der Berufsberatung oder in der Arbeitsvermittlung agieren würden“, erzählt sie.

Menschen in Arbeit vermitteln

Ein Porträt-Foto von Sarah Rothbühr.

Sarah Rothbühr

Inzwischen studiert Sarah Rothbühr im dritten Trimester in Schwerin – neben Mannheim dem zweiten Standort der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit. „Wir wechseln zwischen viermonatigen Theorie- und Praxisphasen, die jeweils mit Klausuren oder anderen Prüfungsformaten abschließen“, erzählt sie. Zu Beginn des Studiums fielen für sie vielfältige Lehrveranstaltungen an – von Recht über Statistik bis hin zu Sozialwissenschaften. In den Folgesemestern standen darauf aufbauend die Beratungsprozesse im Fokus. „Unsere Aufgabe ist es, Menschen in Arbeit zu vermitteln. Deshalb beschäftigen wir uns damit, was man unter Arbeit versteht, welche Arbeitsverhältnisse es gibt und wie sich diese verändern – auch im Zuge der Digitalisierung. Im Hinblick auf die Beratung interessiert uns zum Beispiel, wie es sich auf Menschen auswirken kann, wenn sie ihren Job verlieren oder kündigen“, erklärt Sarah Rothbühr.

In den Praxisphasen durchlaufen die dual Studierenden verschiedene Teams, um alle Bereiche der Bundesagentur für Arbeit kennenzulernen, beispielsweise die klassische Arbeitsvermittlung in den Agenturen und Jobcentern und der Arbeitgeberservice, der Unternehmen zu den Leistungen der Bundesagentur für Arbeit berät. An jedem Einsatzort beschäftigen sich die dual Studierenden mit einem Schwerpunktthema, zu dem sie eine Hausarbeit, einen sogenannten Praktikumsauftrag, schreiben. „Während meiner Praxisphase in der Arbeitsvermittlung konnte ich zu Beginn bei Kollegen hospitieren und im späteren Verlauf in deren Anwesenheit selbstständig Erst- und Folgegespräche führen“, erklärt Sarah Rothbühr.

Gesetzliche Grundlagen verstehen

Das nächste Praxistrimester wollte die duale Studentin in Estland absolvieren, aufgrund der Coronavirus-Epidemie wurde dieser Einsatz jedoch abgesagt. „Stattdessen findet der Einsatz in den Agenturen statt“. Ab dann liegt der Fokus auf einem der drei Schwerpunktbereiche Public Management, Arbeitsmarktintegration oder Leistungsrecht und Leistungsberatung. Letzteres interessiert Sarah Rothbühr am meisten: „Während meines Jurastudiums war die Auseinandersetzung mit den Sozialgesetzbüchern nicht vorgesehen. Eine dementsprechende Ausrichtung in Hinblick auf die zukünftige Beratungssituation sehe ich als spannende und interessante Herausforderung an.“

Nach Ihrem Studium möchte Sarah Rothbür gerne eine beratende Tätigkeit ausüben. Besonders spannend findet sie die Existenzgründungs-Beratung, die sie während eines Praxiseinsatzes kennengelernt hat. In jedem Fall erwartet die junge Frau ein unbefristeter Arbeitsvertrag in einem – wie sie findet – sehr sinnvollen Tätigkeitsfeld: „Letzten Endes unterstützen wir Menschen, die ihre Arbeit verloren haben oder sich aus unterschiedlichsten Gründen neu orientieren müssen.“

Video

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abi» 06.04.2020

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