Direkter Draht zum Kunden

Telefonanlage
Industriekaufmann Chris Bembenneck telefoniert in der sogenannte „Second Level“-Online-Vermarktung Kunden nach, wenn sie ein Gerät zurückgeschickt haben. Dabei kann er sein Interesse für kaufmännische Fragen mit seinem Gespür für Menschen verbinden.
Foto: Thorsten Helmerichs

Industriekaufmann

Direkter Draht zum Kunden

Chris Bembenneck (25) ist gelernter Industriekaufmann und kümmert sich beim Hausgeräteherstellers Miele um Online-Bestellungen und Reklamationen. Dabei kann er sein Interesse für kaufmännische Fragen mit seinem Gespür für den Umgang mit Menschen verbinden.

Ein Geschirrspüler wird online bestellt, einwandfrei geliefert – doch der Kunde sendet ihn direkt nach der Lieferung zurück. Ein klarer Fall für Chris Bembenneck. Der 25-jährige aus Gütersloh arbeitet bei der Firma Miele, die unter anderem Herde, Waschmaschinen, Staubsauger und eben Geschirrspüler herstellt. Hier ist er für die sogenannte „Second Level“-Online-Vermarktung seines Arbeitgebers zuständig. „Ich kümmere mich um die Retouren und Reklamationen, entscheide, ob ein Kulanzfall vorliegt, oder halte Rücksprache mit der IT oder den Produktberatern bei unklaren Fällen“, erzählt der gelernte Industriekaufmann.

Porträt Chris Bembenneck

Chris Bembenneck

Foto: Miele, Gütersloh

Im Fall des zurückgeschickten Geschirrspülers fragt er telefonisch nach, warum der Kunde das Gerät nicht behalten wollte. „Online bestellte Ware kann ja innerhalb von vierzehn Tagen zurückgesendet werden, ohne dass der Interessent einen Grund angibt. Uns interessiert trotzdem, woran es lag“, erklärt er. „Es kann sein, dass der Kunde sich bei der Größe vermessen hat oder es Probleme mit dem Wasseranschluss gibt.“

Nicht jedes Gespräch verläuft so problemlos wie dieses. „Gerade wenn es um Reklamationen geht, die auf Bedienfehler des Kunden zurückzuführen sind, ist Fingerspitzengefühl gefragt. Aber man lernt stets dazu, was den Umgang mit Menschen angeht“, sagt er und empfiehlt, Kritik von Kunden nicht persönlich zu nehmen: „Es gilt, den Informationswert der Rückmeldungen herauszufiltern um etwas Positives daraus zu ziehen.“

Interesse an kaufmännischen Fragen und an Menschen

Eine Tätigkeit im Vertrieb oder der Online-Vermarktung ist wie gemacht für Chris Bembenneck. Neben seinem Interesse für kaufmännische Fragen hat er eine ausgeprägte kommunikative Ader. „Der direkte Kontakt zu Menschen ist mir sehr wichtig“, sagt der gelernte Industriekaufmann, der bereits seine Ausbildung bei Miele absolviert hat. „Mit Menschen zu arbeiten, ist meine Leidenschaft“, erklärt er. Nach seiner Ausbildung arbeitete er zunächst ein Jahr im Vertrieb, dann wechselte er in die Online-Vermarktung, eine kleine junge Abteilung. Genau das schätzt er. „Wir können den wachsenden Bereich aktiv weiterentwickeln und eigene Verbesserungsvorschläge machen“, erklärt er.

Sein Interesse für Kommunikation und den Umgang mit Menschen haben ihn motiviert, nebenberuflich ein Studium der Wirtschaftspsychologie zu starten. Dieses wird der 25-jährige im kommenden Jahr abschließen. Danach möchte er weiterhin in der Online-Vermarktung von Miele bleiben, sich aber verstärkt um planerische Aufgaben kümmern. Gerne würde er zum Beispiel an der Weiterentwicklung des Onlineshop-Konzepts oder der Vermarktungsstrategie mitarbeiten.

 

Industriekauffrau

Anspruchsvoll und vielseitig

Einen vielseitigen Beruf erlernen, Theorie und Praxis miteinander kombinieren und Geld verdienen, das wollte Vanessa Uhde (21) nach dem Abitur. Deshalb entschied sie sich, Industriekauffrau zu werden – und ist froh über diesen Schritt. In einem halben Jahr wird sie ihre Ausbildung beim sächsischen Energieversorger Drewag abschließen und kann bereits auf viele gute Erfahrungen zurückblicken.

Der Beruf ist abwechslungsreich und anspruchsvoll. Zudem verdiene ich in der Ausbildung eigenes Geld und bin so unabhängig von meinen Eltern“, sagt Vanessa Uhde. Die 21-Jährige ist eine von etwa 100 jungen Männern und Frauen, die beim Energieversorger Drewag derzeit eine Ausbildung machen. Das Unternehmen und die Tochterfirma Drewag Netz GmbH versorgen ganz Dresden mit Strom, Gas, Fernwärme und Trinkwasser – dadurch kam die Dresdnerin schon in ihrer Kindheit mit ihrem jetzigen Arbeitgeber in Kontakt. „Bei meiner Recherche zu verschiedenen Ausbildungsberufen stellte ich fest, dass ich als angehende Industriekauffrau in fast alle Unternehmensabteilungen mit kaufmännischem Anteil hineinschaue und so später vielseitig einsetzbar bin“, erklärt sie ihre Entscheidung für den Beruf.

Porträt von Vanessa Uhde

Vanessa Uhde

Foto: Ronny Zeidler

Mittlerweile ist Vanessa Uhde fast am Ende ihrer Ausbildung angekommen. Sie hat die dreijährige Lehrzeit auf zweieinhalb Jahre verkürzt. Auch wenn die Dresdnerin derzeit hauptsächlich ihren erfahrenen Kollegen zuarbeitet, hat sie bereits eine große Bandbreite an unterschiedlichem Wissen in verschiedenen Abteilungen erworben. Los ging‘s mit dem Finanzbereich, der Kommunikation, dem Controlling, schließlich wechselte sie in den Vertrieb und ins Personalwesen.

Von Angeboten bis Wartungsarbeiten

In der Materialwirtschaft hat sie gelernt, wie man Bestellungen schreibt, Angebote einholt und beurteilt oder eine Inventur durchführt. Im Vertrieb pflegte sie die Kundendatenbank und half mit, durch gezielte Werbeaktionen neue Geschäftskunden zu gewinnen. Im Personalbereich hielt sie die Bewerberdatenbank auf dem neuesten Stand und schrieb mit ihren Kollegen Arbeitszeugnisse – und sie hat die Wartungsarbeiten in Umspannwerken begleitet. „Das Vielseitige macht die Ausbildung interessant aber auch anspruchsvoll. Ich arbeite mich in Praxis und Berufsschule regelmäßig in neue Themengebiete ein“, merkt sie an.

Da die Abschlussprüfung näher rückt, wechselt die angehende Industriekauffrau – wie am Anfang ihrer Ausbildung – jede Woche in eine andere Abteilung. Einen Tag pro Woche ist sie weiterhin in der Berufsschule. „Wir lernen in zwölf Lernfeldern, die sehr praxisnah sind und oft direkt auf das Arbeitsleben übertragen werden können“, erläutert Vanessa Uhde und merkt an, dass sich Azubis, die strukturiert und selbstständig arbeiten, gut mit Zahlen, Fakten und Statistiken umgehen können, keine Berührungsängste mit Datenbanken und Computerprogramme haben und sich gut ausdrücken können, mit dem Unterrichtsstoff leichttun. „Gute Englischkenntnisse sind ebenfalls vorteilhaft“, fügt sie hinzu.

Weiterbildung oder Studium

Vanessa Uhde übernimmt gerne Verantwortung und ist Mitglied der Jugend- und Auszubildendenvertretung in ihrem Unternehmen – auch weil sie sich bei Drewag wohl fühlt und nach ihrem Abschluss als Industriekauffrau hier arbeiten möchte. „Neben dem Beruf will ich mich weiterbilden oder ein Studium absolvieren, damit ich in Zukunft noch verantwortungsvollere Aufgaben meistern kann.“

So kann ein Arbeitstag aussehen >>


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Stand: 08.12.2019