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Ich will was machen mit Sprachen

Mit Sprachen raus in die Welt

In unserer globalisierten Welt sind gute Fremdsprachenkenntnisse ein Türöffner. Menschen mit hoher Sprachkompetenz sind in vielen Branchen gefragt. abi» zeigt, welche Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten es gibt.

Eine Hand streicht über eine Weltkarte.

Das Lernen von Fremdsprachen heißt auch, sich mit anderen Kulturen auseinanderzusetzen.

Im 18. Jahrhundert war es die Sprache des Adels und der Diplomatie, und auch heute noch gehört Französisch zu den Amtssprachen der Europäischen Union. Isabelle Gabler wählte in ihrem Bachelorstudium an der Uni Regensburg im ersten Hauptfach Französisch, im zweiten Hauptfach BWL: „Ich fand die Sprache einfach wunderschön.“ Zusätzlich belegte sie Kurse in Spanisch. Als die heute 28-Jährige dann im Master Romanische Philologie mit Schwerpunkt Spanisch studierte, galt sie an der Uni als Exotin. Denn viele ihrer Kommilitonen studierten Fremdsprachen auf Lehramt, um einen beruflichen Bezug zu haben. „Mich haben aber immer die Sprachen an sich fasziniert“, erzählt Isabelle Gabler.

In ihrem Job bei der Regensburg Tourismus GmbH, wo sie den Bereich Digitales Datenmanagement betreut und Konzepte erarbeitet, mit denen die Touristik fit für den digitalen Wandel gemacht werden kann, sind Fremdsprachen eine Anforderung: „Dabei habe ich zwar mehr mit Englisch als mit Französisch oder Spanisch zu tun. Aber das ist in Ordnung so“, sagt sie.

In der Berufswelt fungiert Englisch als erste Fremdsprache und ist äußerst wichtig, weiß Prof. Dr. Karin Vogt, zweite Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Fremdsprachenforschung: „Nach wie vor gilt der Grundsatz, dass man die Sprache des Kunden sprechen soll. Es verschafft einen erheblichen Vorteil, wenn jemand weitere Fremdsprachen kompetent und effizient in seiner beruflich spezialisierten Domäne verwenden kann.“

Darüber hinaus betont sie, dass das Lernen von Fremdsprachen auch heißt, sich mit anderen Kulturen auseinanderzusetzen – so wie in Isabelle Gablers Bachelorstudium. Dieses war nicht rein auf den Spracherwerb ausgerichtet, ebenso wurden Themen aus Literatur- und Kulturwissenschaft angeboten. Durch die Vielfältigkeit des Studiums arbeitete sie sich in den Seminaren stets in neue Thematiken ein und lernte dabei, unvoreingenommen an ein Thema heranzugehen und es aufzubereiten.

Isabelle Gabler

„Mir war damals schon klar, dass ich mir im Studium ein berufliches Standbein aufbauen muss und nicht einfach so vor mich hin studieren kann“, erklärt Isabelle Gabler. Im Klartext bedeutete das, neben dem Studium Praktika zu absolvieren. Sie probierte einiges aus, arbeitete unter anderem im Marketing bei der Regensburg Tourismus GmbH, organisierte Presse- und Studienreisen, betreute Internetauftritte und wirkte bei der Kooperation mit anderen Unternehmen mit. Aufgrund dieser Erfahrungen klappte es während des Masters auch mit einem Praktikum in New York im German National Tourist Office: „Im Bewerbungsgespräch hat man mich gefragt, warum ich Romanische Philologie studiert habe. Das Studium entpuppte sich als ein Alleinstellungsmerkmal im positiven Sinn“, erzählt die 28-Jährige.

Laut einer Umfrage des Job-Portals Indeed brauchen über 40 Prozent der Arbeitnehmer regelmäßig Fremdsprachen im Joballtag – allen voran Englisch, gefolgt von Französisch, Russisch und Spanisch. „Fremdsprachen gewinnen immer mehr an Bedeutung“, bestätigt auch Berufsberater Reinhard Barginda von der Agentur für Arbeit Regensburg. Und das nicht nur im Tourismus. Unternehmen und Institutionen aller Branchen suchen Fachkräfte, die Fremdsprachen beherrschen: „Wir sind eine multikulturelle Gesellschaft und in vielen Bereichen gehören Sprachkenntnisse zum Anforderungsprofil“, stellt der Berufsberater fest. Dazu gehören genauso Berufe, an die man vielleicht nicht sofort denkt, wie zum Beispiel Fachinformatiker, Erzieher, Sozialarbeiter oder medizinisches Personal. „Die Sprachkompetenz steht hier zwar nicht im Mittelpunkt, sie kann aber ein Plus sein, das bei der Einstellung eine gewichtige Rolle spielt“, weiß der Berater.

Darüber hinaus gibt es natürlich eine Reihe von schulischen und dualen Ausbildungsberufen sowie Studiengänge, in denen die Sprache im Vordergrund steht. Dazu gehören Ausbildungen, die je nach Bundesland und Berufsfachschule zu unterschiedlichen Abschlüssen führen, wie etwa die schulischen Ausbildungen zum Fremdsprachenkorrespondenten, zur Übersetzerin und Dolmetscherin oder zum Wirtschaftsassistenten. Möglich sind hier zum Teil Kombinationen mit zwei, drei oder sogar vier Sprachen. Eurokaufleute, manchmal auch Euro-Industriekaufleute genannt, kombinieren etwa eine duale kaufmännische Ausbildung zum Industriekaufmann beziehungsweise zur Industriekauffrau mit dem Abschluss als Fremdsprachenkorrespondent/in in den Sprachen Englisch, Französisch und/oder Spanisch.

Der Unterricht an Berufsfachschulen, in denen neben dem Spracherwerb oft auch betriebswirtschaftliches Wissen und IT-Kenntnisse vermittelt werden, läuft ähnlich ab wie in der Schule. Anders ist es bei einem reinen Sprachstudium: „Hier geht es um die Entwicklung und Entstehung von Sprachen bis hin zu soziokulturellen Phänomenen wie Geografie, Geschichte, Kultur und Politik des Landes“, erklärt Reinhard Barginda. Wer etwa Japanologie studiert, liest japanische Texte, befasst sich aber auch mit der Teezeremonie. Wem das zu speziell ist, der kann in einem Studium auf Lehramt auch Sprachen mit anderen Fachbereichen kombinieren oder auf Studiengänge setzen, in denen die Sprache Mittel zum Zweck ist, etwa wie bei internationale Betriebswirtschaft.

Bei international ausgerichteten Studiengängen sind ein oder zwei Semester an einer Partnerhochschule im Ausland integriert. Oft kann dabei auch ein doppelter Studienabschluss erworben werden. „Wer ins Ausland geht, setzt sich intensiver mit der Sprache auseinander und beweist gleichzeitig auch Flexibilität“, betont der Berufsberater.

Die Globalisierung führt dazu, dass Sprachen im Berufsleben insgesamt immer bedeutsamer werden. „Sprachwissenschaftler nehmen auch fachfremde Tätigkeiten an, in denen die Sprache eine Rolle, aber eben nicht die Hauptrolle spielt. Stellenangebote, die sich explizit an Sprachenkundige wenden, sind eher selten.“, weiß Claudia Suttner von der Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit. Dolmetscher und Übersetzer dagegen sind überwiegend selbstständig tätig.

Ob Studium oder Berufsausbildung: „Um den richtigen Berufseinstieg erfolgreich zu meistern, ist eine frühzeitige berufliche Orientierung, Flexibilität und regionale Mobilität wichtig“, rät die Arbeitsmarktexpertin.

berufsfeld-Info.de

Das Informationsportal der Bundesagentur für Arbeit zeigt Berufswelten im Überblick.
berufsfeld-info.de

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwort: Fremdsprachen)
berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
studienwahl.de

KURSNET

Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du insbesondere nach schulischen Berufsausbildungen suchen.
kursnet-finden.arbeitsagentur.de

Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit

ba-auslandsvermittlung.de

Auswärtiges Amt

auswaertiges-amt.de

Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)

daad.de

Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer

bdue.de

GMF – Gesamtverband Moderne Fremdsprachen e. V.

gmf.cc

PLOTEUS

Europäisches Informationsportal über Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten in Europa
ec.europa.eu/ploteus

Go East

Infos zu Studium, Forschung, Praktikum in Osteuropa und in den Ländern der GUS

goeast.daad.de

studieren weltweit

eine Initiative des BMBF und des DAAD
studieren-weltweit.de

ERASMUS+-Programm Verzeichnis der Hochschulkoordinatoren

eu.daad.de

Video

Weitere Filme findest du auf der abi» Videoübersicht.

abi» 24.02.2020

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