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Erfrischung garantiert!

Zahlreiche leere Weinflaschen. Foto: Winfried Rothermel
Flasche leer? Die Getränkeindustrie sorgt zuverlässig für Nachschub.
Foto: Winfried Rothermel

Getränkeindustrie

Erfrischung garantiert!

Bier, Wein, Säfte oder Wasser: Die Getränkeindustrie bietet vielfältige und immer mehr Arbeitsplätze. Doch auch hier sind die Berufe durch die Digitalisierung im Wandel.

Seit Erfindung des Biers vor vermutlich 6.000 Jahren ist sein Herstellungsprozess immer wieder modernisiert worden. Doch der handwerkliche Teil des Brauens wird immer geringer: „Heute läuft vieles automatisch“, sagt Stephanie Mewes, die ihre Ausbildung zur Brauerin und Mälzerin in der mittelständischen Brauerei Stuttgarter Hofbräu abgeschlossen hat. In ihrer Ausbildung hat die 23-Jährige noch das Handwerk des Brauens und Mälzens gelernt, ein wichtiger Teil ihrer täglichen Arbeit jedoch ist die Überwachung der Brauanlagen am Computer. „Gibt es Störungen, muss ich sie beheben. Dazu brauche ich mechanisches und mechatronisches Wissen.“ Geht es sehr ins Detail, kann sie hauseigene Mechaniker um Hilfe bitten.

Ihrem Interesse an einem Studium der Brauerei- und Getränketechnologie schloss sich ein Praktikum in einer Berliner Brauerei an. „Da habe ich beschlossen, dass eine praktische Arbeit besser für mich geeignet ist als ein theoretisches Studium.“

Porträtfoto von Stephanie Mewes

Stephanie Mewes

Foto: Nieser

Die Aufgaben der Brauerin und Mälzerin sind vielfältig. Bei der Malzanlieferung ist sie beispielsweise für die Qualitätskontrolle zuständig: Sie prüft die Ware unter anderem auf Geruch und eventuelle Verunreinigungen. Ist das Bier gebraut, kontrolliert sie das Ergebnis, etwa ob das Bier klar ist und keine Trübung aufweist. „Ich betreue mehrere Anlagen mit unterschiedlichen Biersorten“, sagt Stephanie Mewes. Da die Anlagen rund um die Uhr laufen, arbeitet sie abwechselnd in der Früh-, Nacht- und Spätschicht. „Ich kann mir vorstellen, in Zukunft auch noch die Weiterbildung zur Braumeisterin zu absolvieren.“ Ein Studium jedoch kommt für sie erstmal nicht infrage.

Brauerberuf verlangt vielseitig und gut Ausgebildete

Porträtfoto von Marc-Oliver Huhnholz

Marc-Oliver Huhnholz

Foto: privat

Der Beruf von Stephanie Mewes ist nur einer von vielen in den Brauereien: „In der Brauerei wird Technik großgeschrieben, und der Beruf des Brauers und Mälzers verlangt sehr gut und vielseitig ausgebildete Fachkräfte“, erklärt Marc-Oliver Huhnholz, Pressesprecher des Deutschen Brauer-Bunds. „Um die Qualität des Lebensmittels Bier sicherzustellen, sind Kenntnisse in Mikrobiologie und Botanik, in Biochemie und Analytik unerlässlich. Darüber hinaus kennen sich Brauer und Mälzer in den Bereichen Energieversorgung, Umweltschutz und Hygiene aus.“

Laut dem Deutschen Brauer-Bund gab es im Jahr 2018 in Deutschland über 1.500 Braustätten mit insgesamt mehr als 30.000 Beschäftigten – dabei sind die kleinen Betriebe mit weniger als 20 Mitarbeitern nicht einmal mitgezählt.

Die Getränkeindustrie besteht aber nicht nur aus Brauereien: Es gibt Hersteller von Alkoholika wie Sprituosen oder Weinkellereien und Produzenten von alkoholfreien Getränken wie Fruchtsäften und

Porträtfoto von Martin Delius

Martin Delius

Foto: Klaus Fehling

Mineralwasser. Sie organisieren sich jeweils in eigenen Verbänden. So beschäftigten 127 Betriebe der Erfrischungsgetränke- und Mineralbrunnen-Industrie laut der Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke (WAFG) im Jahr 2018 mehr als 26.500 Mitarbeiter. „Die Branche ist stark mittelständisch geprägt, nur 26 Betriebe haben derzeit über 250 Mitarbeiter“, berichtet WAFG-Pressesprecher Martin Delius. Die Erfrischungsgetränke- und Mineralbrunnen-Industrie produzierte im Jahr 2018 mehr als 25 Milliarden Liter Getränke, der Großteil davon war Mineralwasser.

Bei den Getränkeherstellern sind rund 14.500 Brauer und Mälzer, Weinküfer, Destillateure, Fachkräfte für Fruchtsafttechnik und andere Getränke-Fachleute tätig. Insgesamt waren nach einer Statistik der Bundesagentur für Arbeit im Jahr 2019 rund 128.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in der Getränkewirtschaft – also in der Getränkeherstellung und im Getränkehandel – tätig. „Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten hat in den vergangenen Jahren spürbar zugelegt: im Fünf-Jahres-Vergleich um acht Prozent“, sagt Arbeitsmarktexperte Ralf Beckmann. „Besonders zugenommen hat dabei die Beschäftigtenzahl im Getränkehandel.“

Die Zahl der Arbeitsplätze ist in den vergangenen Jahren leicht gestiegen. Nur 16 Prozent der Beschäftigten haben einen Hochschul- oder Weiterbildungsabschluss (Meister oder Techniker), die meisten weisen einen Berufsabschluss vor. Die Aussichten für den Berufseinstieg stehen gut: „Die Arbeitslosigkeit bewegt sich in Getränkeberufen auf einem sehr niedrigen Niveau“, weiß Ralf Beckmann. Im Jahresdurchschnitt waren 2018 rund 200 Personen arbeitslos gemeldet, die Arbeitslosenquote beträgt lediglich 1,5 Prozent. Das entspricht dem Status Vollbeschäftigung.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwort z. B. Getränke).
berufenet.arbeitsagentur.de

 

studienwahl.de
Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen (Suchwort z. B. Getränke).
studienwahl.de

 

berufsfeld-info.de

Infoportal der Bundesagentur für Arbeit zu Ausbildung, Studium und Weiterbildung. Weitere Informationen findest du im Teilberufsfeld „Getränke“.
berufsfeld-info.de/planet-beruf/tbf/getranke

 

Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit

arbeitsagentur.de/jobsuche

 

Verband Deutscher Mineralbrunnen

vdm-bonn.de

 

Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie

fruchtsaft.de

 

Deutscher Brauer-Bund e.V.

brauer-bund.de

 

Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke

wafg.de

 

Bundesverband der Deutschen Weinkellereien und des Weinfachhandels

bundesverband-weinkellereien.de

abi>> 16.01.2020

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